AC/DC: So läuft die Höllen-Show

Konzert des Jahres

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AC/DC: So läuft die Höllen-Show

Es war das am schnellsten ausverkaufte Konzert das Österreich je gesehen hat. Schon im Dezember 2008 (!) gingen alle 54.000 Tickets für AC/DC innerhalb nur 17 Minuten weg. Heute kommen die australischen Hardrock-Götter (220 Millionen verkaufte CDs) nun endlich ins Wiener Ernst Happel-Stadion. 20 Songs lang liefern Angus Young (54) und Co. dabei die Quintessenz einer Mega-Karriere.

Fast neun Jahre nach ihrem letzten Wien-Gastspiel (damals füllte man zweimal die Stadthalle) erleben die Starkstrom-Rocker (AC/DC steht für Wechselstrom/Gleichstrom) nun ihren dritten Frühling: Ihr 2008 veröffentlichtes Comeback-Album Black Ice war das erfolgreichste des Jahres (6 Millionen verkaufte CDs). Die 115 Konzerte der Welttournee waren innerhalb von einer Stunde ausverkauft. In Summe rocken AC/DC dabei vor zwei Millionen Fans.

„Wir sind unseren Wurzeln immer treu geblieben. Wir haben uns dem Rock verschreiben und halten dabei nichts von irgendwelchen Sound-Experimenten. Trends sind uns völlig egal – wir machen ja Musik und keine Kleidung. Ein AC/DC-Song muss daher in seiner Machart immer gleich sein,“ verrät Gitarrist Angus Young das seit 1974 gültige Konzept.

Sex und Rock ’n’ Roll
Das Erfolgs-Rezept Band wie der Live-Show ist dabei ebenso simpel wie brillant: Seit über drei Jahrzehnten setzen AC/DC auf die üblichen Rituale aus erdigen Rock und wohl studierten Posen. Im legendären, von Chuck Berry kopierten Entengang stolpert Angus Young dabei am Sonntag in Wien durch Klassiker wie Back In Black oder Thunderstruck. Sänger Brian Johnson, wie immer mit altbackener Baskenmütze, macht dazu den Ostrogen-Bullen, der Rest der Band ist ohnedies zu schwerst-arbeitenden Statisten degradiert.

Dazu gibt es bei der aktuellen Black Ice-Show jede Menge Sex-Anspielungen: Schon im Intro-Video zeigt sich Angus Young als Teufeslhörner tragender Heizer eines AC/DC Rock-Zugs. Dann lenken ihn zwei sexy Schönheiten ab. Der Kessel explodiert, die Bremsen blockieren und der Zug rast im Mördertempo gegen die Station – eine Explosion und AC/DC stehen auf der Bühne des Happel Stadions. Die riesige Dampflok vom Video als Background für einer zweistündigen Dampf-Hammer-Show. „Bei uns geht es doch seit Jahren immer nur um Sex und Rock ’n’ Roll,“ so Johnson.

Fünf Tage Aufbau für AC/DC
Live setzen AC/DC in Wien zwei Stunden lang auf ein altbewährtes Ritual aus Musik – eine simple aber eindringliche Rock- und Boogie-Melange – und großen Gesten: Die Hände zu Teufelshörnern formiert (Big Jack), ein Angus-Strip bis zur Unterhose (TNT) und die Mega-Karriere auf drei überdimensionalen Video-Screens (Let There Be Rock). So bombastisch wie der Song-Mix aus Hits (Highway To Hell) und Raritäten (Dog Eat Dog) ist auch die Bühne: Neben der riesigen Lok gibt es zwei überdimensionale blinkende Teufelshörner über den Boxentürmen, einen 35 Meter Laufsteg für Publikumsnähe und eine hydraulische Plattform beim Mischpult. 60 LKWs karren dieses 60 Meter breite Bühnen-Monster nach Wien. Alleine der Aufbau dauert fünf Tage!

Höllen-Glocken & Kanonen-Salven
Pünktlich um 21.45 Uhr wird sich am Sonntag eine mächtige Glocke vom Bühnendach senken und Johnson schwingt dazu am Glockenseil – Hells Bells, der Glockenschlag zum Hölleninferno. Zu You Shook Me All Night Long gibt’s zwei heiße Stripperinnen im Fegefeuer und bei Whole Lotta Rosie wird auf der Bühne eine überdimensionale Plastik-Puppe mit Mega-Brüsten aufgeblasen. Als Zugabe gibt’s Highway To Hell und – seit 1981 Tradition – For Those About To Rock samt unzähligen ohrenbetäubenden Kanonen-Salven.

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