Alfons Haider: Alfons Haider:

Opernball-Wirbel

© Helmut Fohringer/APA

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Alfons Haider: "Mach' einen guten Job!"

Vier Stunden live
Sein Lächeln wäre ihm beinahe vergangen. Doch ­Alfons Haider (51) ist öffentliche Attacken gewöhnt („Je höher man kommt, desto kälter wird der Gegenwind“) und wird trotz Ioan Holenders Wunsch, ihn abzusetzen, heute als Anchorman der ORF-Opernballberichterstattung vorgestellt. Mit ihm werden ­sieben Moderatoren durch die Ballnacht führen – insgesamt sendet der ORF ab 20.15 Uhr vier (!) Stunden live. Neben Barbara Rett, Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz feiern Dorian Steidl und Elke Winkens am glatten TV-Parkett ihr Debüt. Marie-Claire Zimmermann berichtet für die ZiB 2 um 22.45 Uhr vom Ball-Geschehen.

Abrechnung
Mit ÖSTERREICH sprach Alfons Haider über sein wohl härtestes Jahr – seit seinem Debüt 1995 – als Ballmoderator:

ÖSTERREICH: Über Ihre Rolle am Opernball wurde viel diskutiert. Wie sehen Sie Ihren Job?
Alfons Haider: Ich werde mich ­sicher nicht davon nervös machen lassen. Ich bin seit 20 Jahren daran gewöhnt, dass kritische Augen auf mich gerichtet sind.

ÖSTERREICH: Verstehen Sie die Kritik, Ihre Moderation sei zu langweilig?
Haider: Ich kann ja nicht zu einer Frau sagen: Wo haben Sie denn diesen Fetzen gekauft? Natürlich bin ich auch salopper geworden – aber eine gewisse Form ist gefragt. Der Ball ist ein Märchen, er soll als Märchen bedient werden. Nicht der Herr Holender, noch die Moderatoren sind die Stars – sondern der Opernball!

ÖSTERREICH: Apropos: Wie werden Sie dem Herrn Direktor begegnen?
Haider: Er ist ein Künstler, nicht nur Direktor, und Künstler können sehr spontan überschäumend reagieren, positiv wie negativ. Und damit leben wir. Und die Frau Treichl-Stürgkh hat ja genauso viel zu sagen...

ÖSTERREICH: Sie steht hinter Ihnen?
Haider: Ja, sie ist ein Profi und weiß, wie das Geschäft läuft und sieht es nicht nur aus einem Blickwinkel. Sie hat so schön gesagt: Ich möchte die höchste Professionalität auch von den Moderatoren haben.

ÖSTERREICH: Könnte Dominic Heinzl Ihren Job besser machen?
Haider: Er ist der König der Nachbearbeitung. Live würde er auch drauf kommen, dass das Leben nicht so rosig ist. Wenn man ein Interview in seinem Stil machen will, dann müssten wir nachbearbeiten.

ÖSTERREICH: Auch zwischen ­Ihnen und Dorian Steidl gibt es Spannungen. Wieso?
Haider: Ich freue mich sehr, dass es so loyale Kollegen wie den Herrn Steidl gibt, die mir etwas über die Zeitung ausrichten lassen – aber das geht mich alles nichts an. Ich werde einen guten Job machen und Herr Steidl wird einmal erleben, was wirklich am Ball alles passieren kann.

ÖSTERREICH: Er hat Ihre Monopolstellung im ORF kritisiert. Wird es noch eine Aussprache geben?
Haider: Ich hab dem Kollegen nichts zu sagen!

ÖSTERREICH: Leidet darunter nicht das Teamwork am Opernball?
Haider: Wir reden von vier Stunden Zusammenarbeit – da geht die Welt nicht unter. Der Hauptdarsteller heißt Opernball, Persönlichkeiten und Eitelkeiten gehören dort nicht ausgetragen.

ÖSTERREICH: Wollen Sie nächstes Jahr wieder den Opernball präsentieren?
Haider: Der Sender muss mich einsetzen, dem Publikum muss ich gefallen und mir muss es Spaß machen – wenn diese drei Faktoren stimmen, dann bin ich wieder dabei. Schlimmer als heuer – im Vorfeld – kann es nicht werden.

Fotos: (c) Helmut Fohringer/APA

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