Alma in Jerusalem - Zensor schritt ein

Entschärfung

© Chris Singer

Alma in Jerusalem - Zensor schritt ein

Es wäre nicht Paulus Manker, würde sein neuer Theater-Coup spurlos an der Öffentlichkeit vorbeigehen. Am 3.10. hat seine inzwischen schon legendäre Produktion Alma – A Showbiz ans Ende über die extravagante Künstlermuse Alma Mahler-Werfel in Jerusalem Premiere.

Zensur
Und schon im Vorfeld schlug der Theater-Event heftige Wellen: Nicht nur Demos von religiös-orthodoxer Seite heizten die Stimmung pro und kontra Alma auf. Zuletzt sah sich auch das israelische Verteidigungsministerium bemüßigt, Teile des Stückes von Josua Sobol zu zensurieren. So wurden explizitere Szenen und Dialogzeilen wie „Sie liebkoste mich an gewissen Stellen“ (heißt jetzt: „Sie flatterte über meine Haut“) entschärft.

Prüderie
Prompt wandten sich Manker und der Autor mit einem offenen Brief an die internationale Presse: „In biblischen Zeiten war Jerusalem eine sehr liberale Stadt“, moniert Josua Sobol, „diese Zeiten haben sich geändert. Und die Schönheit nackter Körper wird in Jerusalem nicht mehr toleriert. König Salomon hätte mit seinem Hohelied an die Weiblichkeit heute schlechte Chancen.“ Das Interesse an Alma in Jerusalem ist entsprechend groß: 20 Vorstellungen sind ausverkauft, neue werden eingeschoben.

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