Sonderthema:
Amos Oz kommt ins Waldviertel

"Literatur im Nebel"

© Karin Malhav

Amos Oz kommt ins Waldviertel

Nach dem vielbeachteten Auftakt des Festivals "Literatur im Nebel" mit Salman Rushdie im vergangenen Herbst wird Heidenreichstein im nördlichen Waldviertel am 27. und 28. Oktober erneut zum Schauplatz eines Literaturfests. In der zweiten Auflage wurde der israelische Schriftsteller Amos Oz als Hauptgast eingeladen.

Amos Oz ist gleichermaßen als Romancier wie auch als Gründungsmitglied der Friedensbewegung Peace Now bekannt geworden. Er wurde als Amos Klausner am 4. Mai 1939 in Kerem Avraham (Jerusalem) geboren. Sein Vater war Bibliothekar und entstammte einer aus Russland gebürtigen Emigrantenfamilie. Oz schloss sich in den 1950er Jahren der israelischen Kibbuz-Bewegung an, kämpfte später im Sinai und auf den Golan-Höhen und lehrte hebräische Literatur an der Ben-Gurion-Universität in Beersheba. In steter Auseinandersetzung mit persönlichen Erfahrungen und allgemeinen Problemen seiner Zeit avancierte Amos Oz zum international bekanntesten Schriftsteller Israels und setzt sich für Ausgleich und Verständigung im Konflikt mit der arabischen Welt ein.

"Leben und Schreiben in Israel"
Als Analytiker israelischer Geschichte und Gegenwart tritt er auch in Heidenreichstein in Erscheinung. "Leben und Schreiben in Israel" lautet das Motto des ersten Tages. Nach einer einführenden Lesung mit Eva Mattes und einem Vortrag von Doron Rabinovici spricht Ben Segenreich mit Amos Oz. Anschließend lesen Gert Jonke, Karl Markovics und Elisabeth Orth. Außerdem lesen noch Gustav Ernst, Sabine Gruber, Silke Hassler, Peter Henisch, Paulus Hochgatterer, Anna Mitgutsch, Thomas Sautner, Gerhild Steinbuch, Peter Turrini und Peter Simonischek.

Der zweite Tag beinhaltet die Themen "Familiengeschichten" und "Liebesgeschichten". Es lesen Andrea Eckert, Roland Koch, Brigitte Karner, Dietmar König, Robert Schindel, Senta Berger und Amos Oz, mit dem Anita Pollak auch ein weiteres Gespräch führt. Der Germanist Klaus Amann steuert einen Vortrag bei.

Auf der Homepage des Festivals "Literatur im Nebel" wird Oz zitiert: "Das Wort Kompromiss hat einen ungemein schlechten Ruf in der europäischen Gesellschaft, besonders unter den jungen Idealisten. Für sie sind Kompromisse Ausdruck von Opportunismus, ein Syndrom für Feigheit. Nicht so in meinem Vokabular. Das Wort Kompromiss bedeutet für mich Leben".

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