Ananaskostüme, Elfenhaftigkeit und Synthie-Bass

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Ananaskostüme, Elfenhaftigkeit und Synthie-Bass

Ananas, wohin man sieht: Die Frucht wurde von GusGus geliebt und als Symbol verehrt. Die umtriebige und charismatische Elektronikformation, erobern von Island seit 1995 aus den Planeten mit hypnotischen wie raffinierten E-Sounds. Nach fünf Alben und einem weiteren Geplanten, welches noch diesen Sommer oder Herbst erscheinen soll, liefern sie den Fans zurzeit eine eher nüchterne Mitteilung: Sängerin "Earth" hat die Band verlassen und möchte sich einer Solokarriere widmen. Das finden viele Anhänger schade, hatte doch gerade die mit schrägen Kostümen auffallende Madame für ordentliche Live Power gesorgt. Biggi Veira und President Bongo, Gus Gus-Erfinder, machen weiter.

Gus Gus - Need in me

Durchhaltevermögen
Die Isländer geben sich in ihren Texten durchaus kritisch: Gegenüber der Welt und ihren Problemen, gegenüber unterkühlten Emotionen, gegenüber sexuellen Ausüwchsen. Die Vermittlung dieser Kombination erwies sich gerade am Anfang als schwer. 1997 kam ihr Debütalbum "Polydistortion", welches kein erhoffter Erfolg wurde, 1999 folgte "This is normal", das mit verquerten Tracks á la "Starlovers" oder "Bambi" innerhalb der Musikszene nicht nur einen frischen Hauch brachte, sondern auch die Elektrobranche gehörig durcheinanderwirbelte. Erst die Singles "David" oder "Desire", die eine gewisse technolastigkeit aufweisen, verhalf der Band zum Durchbruch in ganz Europa und wurde so zum Fixstern innerhalb der Szene.

Ihre Musik ist durchaus dem elektronischen Ambient zuzuordnen. Genres wie Techno oder House, wie auch plätschernde synthoide Beats machen den spröden Charme aus. Dennoch - die Melodien emotionalisieren nicht nur, der Pathos bleibt auch nachhaltig erhalten. Aber gerade für diese Innigkeit zum Herz ihrer Fans lebt Gus Gus, die ihre Gigs stets atmosphärisch, bunt und unkonventionell gestalten.

Zwei Mal Österreich
Jetzt wird noch die Tour zu Ende gebracht, bevor das sechste Album fertiggestellt wird. Dabei ist Österreich dieses Mal aussen vor: Neben ihrem Auftritt bei dem Urban Art Forms Festival in Wiesen erst Ende Mai, kommen die bezaubernden Wesen am 14. Juni ins Wiener Flex.

  • Gus Gus (DJ-Set) am 14. Juni 2008 im Wiener Flex, ab 22:00, weiters dabei: Butch (Great Stuff) Ramon Tapia (Great Stuff) DJ Flynn (Great Stuff)
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