Augartenspitz
Bisherige Bohrungen nicht illegal
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Sängerknaben-Vertreter gehen gegen Filmarchiv-Mitarbeiter vor
Nachdem vergangene Woche die friedliche Besetzung am Augartenspitz mit WEGA-Einheiten gewaltsam aufgelöst wurde, sollten für das umstrittene Sängerknaben-Bauvorhaben im Augarten nun Grundwasserbohrungen durchgeführt werden.
Sehen Sie hier die Bilder des wirren Streit-Spektakels
Filmarchiv-Mitarbeiter wurde im Gesicht verletzt
Am 15. Juli
drangen um 4:30 morgens Vertreter der Wiener Sängerknaben überfallsartig mit
einem Bautrupp in das Areal ein und trafen hektische Bauvorbereitungen. Ein
für die Platzbetreuung des Sommerkino-Betriebes zuständiger
Filmarchiv-Mitarbeiter wollte sich bei den Sängerknaben-Vertretern über das
geplante weitere Vorgehen informieren. Daraufhin wurde er unter
Gewalteinwirkung zurückgestoßen. Nachdem sich der Filmarchiv-Mitarbeiter
gewehrt hatte, wurde er von den Sängerknaben-Vertretern zu Boden gezerrt und "arretiert".
Dabei erlitt er Verletzungen im Gesichtsbereich.
Bohrungen mussten abgebrochen werden
Der Vorfall wurde von
mehreren Zeugen beobachtet und fotografisch dokumentiert. Das Filmarchiv
Austria weist dieses gewalttätige Vorgehen auf das Schärfste zurück und
behält sich eine Klage wegen Körperverletzung vor. Die wenig später
begonnenen Bohrungen mussten übrigens nach Überprüfung durch die zuständige
Behörde wieder abgebrochen werden, weil die notwendigen rechtlichen
Genehmigungen dafür nicht vorlagen.
Bohrungen nicht illegal
Die bisherigen Bohrungen für die
Errichtung des Wiener Sängerknaben-Konzertsaals waren nicht illegal. Das
betonte der Sprecher von Umweltstadträtin Ulli Sima (S) gegenüber der APA.
Die MA 58 sei bei den Arbeiten stets eingebunden gewesen - auch ein Antrag
für einen Wasserrechtsbescheid habe bereits vorgelegen. Ein solcher sei aber
erst ab dem Erreichen des Grundwassers notwendig.
Bescheid kommt im August
Das sei nun der Fall, wie Gutachten
ergeben hätten. "Der Bescheid ist in Arbeit", berichtete der
Sima-Sprecher. Er soll noch im August vorliegen.
Gewaltsame Räumung
"Es hat sich herausgestellt, dass
die Bauvorbereitungen ohne die nötigen Genehmigungen begonnen wurden",
zeigten sich hingegen die Konzertsaal-Gegner in einer Aussendung überzeugt.
Damit sei auch klar, dass die durchgeführte gewaltsame Räumung und die
Einrichtung der Baustelle am Augartenspitz ohne rechtliche Grundlage
stattgefunden hätten.
Grüne: "Schwere Verfahrensfehler "
Die Grünen
sprachen in einer Aussendung am 16.7. von einem "handfesten Skandal".
Planungssprecherin Sabine Gretner ortete schwere Verfahrensfehler und
verlangte eine Überprüfung aller Genehmigungen für die Bautätigkeiten.
Tathergang
Die Aktivisten und das Filmarchiv Austria berichteten
zudem von einer "weiteren Eskalation". Demnach wurde der Platzwart
des benachbarten Filmarchivs in der Nacht vom Baugelände gewaltsam
zurückgedrängt. Der Mann habe sich über die Tätigkeit eines Bautrupps
informieren wollen, der um 4.30 Uhr morgens Bauvorbereitungen getroffen
habe. Dabei sei er zu Boden gezerrt und im Gesicht verletzt worden, hieß es.
Konzertsaal der Sängerknaben
Der Konzertsaal der
Sängerknaben soll rund 380 Besuchern Platz bieten. Auch Bereiche für
Ausstellungen, einen Shop und ein Cafe sind geplant. Die Fertigstellung ist
für 2011 vorgesehen. Die Baukosten werden mit 12 Mio. Euro beziffert - sie
werden von Peter Pühringer und seiner "POK Pühringer Privatstiftung"
finanziert.

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ist ein Offizialdelikt und wird behördenseits
verfolgt.