21. Juli 2010 09:28
"Ich will, dass die Menschen Oper lieben“, sagt Graham Vick. "Daher ist
dieses Spiel auf dem See so großartig. Es gibt hier kein Opernhaus und kein
Opernpublikum. Es gibt 7.000 Besucher pro Abend, hoffentlich gutes Wetter,
die Leute kommen mit Autobussen und Schiffen, viele von ihnen haben keine
fixe Vorstellung davon, wie Oper sein soll, sie lassen sich überraschen –
und das macht den speziellen Reiz der Seebühne aus. Dass nämlich Tourismus
und Kultur, ähnlich wie in Verona, mühelos zueinander finden.“ So definiert
Vick, Regisseur der 'Aida' als Spiel auf dem See, diese Bregenzer
Sommer-Attraktion. Schon im Vorjahr war Verdis Oper ein starker
Publikumserfolg. Er soll bei der Wiederaufnahme dieser Produktion ab morgen
womöglich noch übertroffen werden. 26 Vorstellungen, dreifach besetzt, sind
vorgesehen.
Festspielhaus
Heute Abend findet im Festspielhaus die eigentliche
Eröffnungspremiere der Bregenzer Festspiele 2010 statt. Die Oper 'Die
Passagierin' wurde 1968 vollendet, erst 2006 in Moskau – jedoch bloß
konzertant – gespielt. Die Bregenzer Produktion darf daher als szenische
Uraufführung gelten. Inhalt: Etwa 1963. Ein deutscher Diplomat auf einem
Ozeandampfer Richtung Brasilien. Seine Frau erkennt eine polnische
Mitreisende, die eigentlich tot sein müsste. Die Polin war Häftling in
Auschwitz – die Gattin des Deutschen KZ-Aufseherin. Ein Psychodrama beginnt.
Komponist
Der Komponist Mieczyslaw Weinberg, 1996 verstorben, war
einer der engsten Freunde von Schostakowitsch. Von ihm werden heuer in
Bregenz auch andere Werke aufgeführt. Intendant David Pountney, der 'Die
Passagierin' selbst inszeniert, will bewusst zum Opernspektakel
auf dem See ein zweites, anspruchsvolleres Programmkonzept realisieren.