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Brutal-Musik-Video erregt die Gemüter

Schocker

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Brutal-Musik-Video erregt die Gemüter

Tobende und zerstörungswütige Jugendliche aus den Pariser Banlieus (Vororte), untermalt mit dumpfen wie psychedelisch-aggressiven Elektrobeats. Das Ganze aus einer höchst subjektiven Kameraperspektive. Der reißerische Schnitt tut sein Übriges. Dieses Musikvideo der Pariser Kultstars Justice erschreckt jetzt Medienwächter. Gefürchtet wird, dass Nachahmungstaten nicht ausgeschlossen wären.

Erschreckende Realität
Sinn- und Perspektivlosigkeit: Das sind die Schlagwörter, die in den Pariser Vororten ohnehin traurigen Einzug gehalten haben. Im Kopf sind auch noch die beklemmenden Bilder der Unruhen aus dem Jahr 2005 existent. Damals hatten jugendliche Gangs in einer erschütternden Welle an Gewalt Autos angezündet, Polizisten verletzt und Sachbeschädigung begangen. Über Tage und Wochen hinweg wurde die Politik sowie die Bevölkerung in Aufruhr, Angst und Schrecken versetzt.

Justice setzt in seinem Clip auf ähnliche Bilder. Sozialklischees, wonach Ausländer Mädchen in öffentlichen Verkehrsmitteln bedrohen und sich schlagenderweise durch die Gegend kämpfen, wirken derart real und beängstigend, sodass sich vermehrt Stimmen zu Wort gemeldet haben, die dieses Video als "anstiftend" empfinden.

Schocker
Selbstverständlich drängt sich auch die Frage auf, ob nicht ein bloßer Marketinggag hinter der Strategie eines solchen Videos steckt. Das französische Duo gibt sich jedenfalls bedeckt. Andere wiederum sind der Meinung, dass diese besonders brutale Form der cineastischen Videokunst erst recht zum Nachdenken anregen würde. Coole Beats, aufwühlende Stimmung, eine Aggro-Fahrt mit den Jungs aus den Vororten - krasse wie brutale Bilder, die an die Streifzüge der Burschen in "Clockwork Orange" erinnern.

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