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Burgtheater: Streit mit Brandauer

Turbulenzen

Burgtheater: Streit mit Brandauer

Vergangenen Samstag hätte am Burgtheater Lulu-Premiere stattfinden sollen. Doch Birgit Minichmayr ließ die Produktion während der Proben platzen. Sie hatte sich mit dem Regisseur Jan Bosse nicht verstanden.

Damit nicht genug, sagte jetzt auch noch Klaus Maria Brandauer seine Mitwirkung bei Alvis Hermanis’ Inszenierung von Schnitzlers Weitem Land (Premiere: 21. September) ab. Eine Nervenprobe für Burgtheaterdirektor Matthias Hartmann ...

Problem mit Ego
Zwei unangenehme Vorfälle, die noch dazu ganz ähnlich aussehen. Doch dies nur auf den ersten Blick: Denn aus Schauspielerkreisen ist zu erfahren, dass diesfalls nicht Brandauer das Handtuch warf, sondern – umgekehrt – der Regisseur. Der für hyperrealistische Inszenierungen bekannte Hermanis (Platonov) habe sich bereits bei einer Konzeptprobe "mit dem Ego" des Wiener Publikumslieblings nicht anfreunden können. Brandauer habe sich "im Ton vergriffen", ist auf den Couloirs zu hören.

Immerhin konnte man sich aber noch vor dem offiziellen Probenbeginn darauf einigen, dass Peter Simonischek in Hermanis’ Inszenierung "einspringt" und Brandauer sich auf ein anderes Projekt stürzt ...
ÖSTERREICH sprach mit Direktor Hartmann über die Turbulenzen.

ÖSTERREICH: Hängen die "Fälle" Minichmayr und Brandauer zusammen?
Matthias Hartmann: Das wurde geraunt, ich weiß ... Aber in Wahrheit unterscheiden sich die beiden Causen komplett. In der "Causa Brandauer" haben die richtigen Proben noch gar nicht begonnen. Und wir meldeten das Zerwürfnis sofort der Öffentlichkeit, um ähnlichen Falschmeldungen und Spekulationen wie in der "Causa Minichmayr" vorzubeugen. Bei Minichmayr und Bosse hatte der Abbruch mitten in den Proben stattgefunden, und es gab keine Rettung mehr für die Lulu.

ÖSTERREICH: Immerhin konnten Sie noch Simonischek aus dem Hut zaubern ...
Hartmann: Das zeugt von einem intakten Ensemble.

ÖSTERREICH: Trotzdem muss so etwas unheimlich an die Nerven gehen ...
Hartmann: Ich hab’ mich auf Brandauer gefreut, ich hab’ die beiden – ihn und Hermanis – verkuppelt. Es hat nicht sollen sein. Jetzt stürze ich mich mit Optimismus auf Das Weite Land mit Simonischek.

Autor: Christoph Hirschmann
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