Catterfeld: ''Ich will keine reine Kopie sein''

Die neue Romy

Catterfeld: ''Ich will keine reine Kopie sein''

Namen wie Jodie Foster, Eva Green oder sogar der ihrer eigenen Tochter Sarah Biasini kursierten als mögliche Besetzung der anspruchsvollen Rolle als Romy Schneider. Geworden ist es jedoch eine ganz andere – nämlich die deutsche Sängerin Yvonne Catterfeld, die sich in der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und der ARD-Telenovela „Sophie – Braut wider Willen“ schon als Schauspielerin Sporen verdiente.

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romy

Die lange Suche
Sie hätten „halb Europa gecastet“, um die Hauptrolle für das Filmprojekt „Eine Frau wie Romy“ zu finden, erklärten der Pariser Star-Produzent Raymond Danon, der schon in den 70er Jahren mit Romy Schneider drehte, und der deutsche Erfolgsproduzent Douglas Welbat.

Und am Ende dieser Suche, die ein Jahr dauerte, stand eben Catterfeld. Denn Sarah Biasini, der die Rolle zuerst angeboten wurde, lehnte ab. Die Begründung der 30-Jährigen: Sie habe ihr Leben lang versucht, aus dem Schatten ihrer Mutter herauszutreten. Außerdem habe ihr Vater Daniel Biasini abgeraten. Und Jodie Foster galt mit ihren 45 Jahren dann doch als zu alt, um die junge Romy Schneider zu spielen.

Es gehe darum, Romys Persönlichkeit widerzuspiegeln, so die Filmemacher: naiv und sexy, sensibel, verführerisch – aber auch verletzlich. All das finde sich bei Catterfeld wieder. Auch äußerlich wirke Catterfeld „mit ihren verträumten Augen“ wie ein „Spiegelbild von Romy“. Tief beeindruckt soll auch Schneiders Ex-Mann Daniel Biasini bei den Probeaufnahmen gewesen sein: „Ich kenne diese Dame nicht, aber ich habe eine Gänsehaut bekommen – so identisch und authentisch ist sie!“

Hoch motiviert
Catterfeld, nach dem Split von Wayne Carpendale mit Schauspielkollegen Oliver Wnuk glücklich, würdigt die ihr übertragene Rolle und spricht von einer Lebensaufgabe. „Ich werde mein Bestes geben und Romy alles zur Verfügung stellen, was ich habe“, so die 28-Jährige aus Erfurt. „Ich will keinen Mythos zerstören und keine Kopie sein. Romy Schneider war eine Frau, die alles gegeben hat, in der Liebe und im Beruf, sie hat sich verausgabt. Auf jeden Fall war sie eine Frau, die das Leben geliebt hat, trotz aller Schicksalsschläge.“

Interview: Yvonne Catterfeld über die Chance, Romy zu sein: "Es ist eine Entscheidung, die mein Leben verändern wird."

Frau Catterfeld, es war mitten in der Nacht, als Sie von Ihrem Manager per Telefon von der Entscheidung verständigt wurden, dass Sie Romy Schneider spielen sollen. Wie war Ihre erste Reaktion?

Yvonne Catterfeld: Ich habe mich in mein Auto gesetzt und bin lange durch das nächtliche Berlin gefahren. Und habe viele Tränen des Glücks geweint.

Was bedeutet die Verkörperung einer der wichtigsten europäischen Schauspielerinnen für Sie?

Catterfeld: Ein Lebenstraum wird für mich wahr. Ich musste das selbst für mich begreifen und realisieren. Es ist eine Entscheidung, die mein Leben verändern wird.

Was fasziniert Sie persönlich an der Kino-Legende Romy Schneider? Sie waren zwei Jahre alt, als sie durch einen Pillen-Alkohol-Cocktail vor 26 Jahren starb.

Catterfeld: Ich habe sie zum ersten Mal im Fernsehen als Sissi gesehen. Als ich immer öfter mit ihr verglichen wurde, kaufte ich mir Bücher und Biografien. Ich entdeckte Parallelen, die über das Äußere hinausgehen.

Glauben Sie an Schicksal?

Catterfeld: Ich bin nicht christlich erzogen worden. Aber ich glaube an einen Grund für alles, an Fügung. Alle sieben Jahre schlug mein Leben eine neue Richtung ein – wie jetzt mit 28 (Anm. der Redaktion: Nach der Lehre des Anthroposophen Steiner soll sich das Leben alle sieben Jahre verändern).

Ist diese Rolle also dem Schicksal zu verdanken oder die logische Konsequenz Ihrer bisherigen Laufbahn?

Catterfeld: Ich glaube an mich und das, was ich liebe und tue. Ich bin ein Glückskind, ja, aber ich habe hart dafür gearbeitet.

Laut dem französischen Produzenten Raymond Danon sprechen Sie exakt das gleiche Französisch wie Romy Schneider – mit einem weichen deutschen Akzent. Wie ist Ihnen das gelungen?

Catterfeld: Ich hatte fünf Jahre Französisch in der Schule. Aus Liebe habe ich es kürzlich aufgefrischt. Mein Freund Oliver Wnuk (32, französischer Pass) spricht perfekt. Er hat es mir in Rom beigebracht – wieder so ein ,Zufall' ...

Ist das jetzt ein Sprungbrett nach Hollywood?

Catterfeld: Wir wollen bescheiden eine große Geschichte erzählen. Und ich werde alles geben. Es ist sicher die Chance meines Lebens!

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