Schlingensief arbeitet an Nachruhm

Kranker Regisseur

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Schlingensief arbeitet an Nachruhm

"Ja natürlich arbeite ich wie Richard Wagner am Nachruhm. Das macht doch jeder, man will doch, dass etwas bleibt, wenn man nicht mehr da ist. Aber das ist eine Illusion. Es bleibt nichts", sagte Christoph Schlingensief noch kurz vor seiner erneuten Krebsdiagnose im Interview mit GQ Gentlemen’s Quarterly. Anfang Juli musste der an Lungenkrebs erkrankte Regisseur sein Engagement beim Kulturfestival Ruhrtriennale aufgrund seines Gesundheitszustandes absagen.

Schlingensiefs Container
Theater-, Film- und Opern-Regisseur Schlingensief ist bekannt für radikale Aktionen. Anlässlich der Wiener Festwochen im Jahre 2000 istallierte er beispielsweise einen Container, angelehnt an die TV-Show Big Brother, in dem sich Asysuchende befanden. EIn Publikum durfte entscheiden, welcher Teilnehemer Container und Land verlassen musste. Das Projekt wurde unter dem Namen "Ausländer raus! Schlingensiefs Container" von Paul Poet als Dokumentation verfilmt.

Schlingensiefs Sozialkritik hat bisweilen Früchte getragen, mit denen er selber nie gerechnet hätte:"Viele sagten, ich soll mal die Klappe halten, am Ende würde die FDP an die Regierung kommen und mir zugesagtes Geld für das Afrikaprojekt streichen. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas passieren kann. Dann wurde Westerwelle Außenminister und mir wurden 100.000 Euro gestrichen. Da war ich baff.“

"Ein Hakenkreuz auf die Bühne scheißen"
Bisher war geplant, dass Schlingensief im kommenden Jahr den deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig bespielt. Da es sich bei diesem um eine Nazi-Architektur handelt, rechnet die Kulturszene mit Provokationen, für die der Regisseur so berühmt-berüchtigt ist. "Die Erwartungshaltung erinnert mich an Bayreuth, wo ich den Parsifal inszenierte. Da dachten alle, ich würde mit ein paar BDM-Mädels einmarschieren und ein Hakenkreuz auf die Bühne scheißen. Mir scheint, als wären die Wagners fast enttäuscht gewesen, dass es nicht so war“, kommentiert der 49-Jährige die kursierenden Gerüchte.

Das gesamte Interview lesen Sie auf GQ.com und in der August-Ausgabe, die am 15. Juli 2010 erscheint.

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