Nitsch

© Gerald Lechner

"Das Regietheater ist eine Seuche"

Festspiele. Der streitbare Maler und Aktionist Hermann Nitsch kann sich mit Daniel Kehlmanns provokanter Festspielrede durchaus anfreunden – bekanntlich wetterte der Autor gegen das Vordringen des „Regietheaters“.

Im Interview mit ÖSTERREICH, das wir am Rande der Salzburger Festspiele führten, bestätigt Nitsch: „Da hat er schon recht! Mit dem Regietheater verhält es sich wie mit der ,nouvelle cuisine'. Da gab’s ein paar große Regisseure, und dann wird das Ganze zur epigonalen Seuche! Diese Herrschaften, die ja selbst nur banalste Ideen haben, stehlen doch, wo sie können. Natürlich auch bei mir, weshalb dann die eine oder andere Inszenierung so seltsam ,nitschelt'.“

Opening
Den „originalen“ Nitsch kann man ab sofort im schönen Ausstellungszentrum in den Salzburger Kavernen besichtigen. Hier wurde gestern die große Festspiel-Ausstellung 45 Jahre Hermann Nitsch eröffnet. Gleichzeitig wurden das neue dreibändige Nitsch-Buch zum Orgien Mysterien Theater Das Sein (Styria) sowie die Nitsch-Foundation präsentiert.

Aktionen
Malerei, Relikte und Ausschnitte aus seinen wichtigsten Aktionen (Sechs-Tage-Spiel in Prinzendorf, Aktion im Burgtheater etc.) auf DVD-Installationen sind in der Salzburger Retrospektive zu erleben. Wer derzeit nicht nach Salzburg kommt, kann 110 neue Nitsch-Bilder in seinem Museum in Mistelbach besichtigen oder im Wiener Künstlerhaus die laufende Nitsch-Schau besuchen oder schon bald seine „Ägyptische“ Symphonie via CD auf sich wirken lassen.

„Sehr fad!“
Gleich nach dem ÖSTERREICH-Interview wurde Nitsch zur Judith-Premiere auf die Perner-Insel chauffiert. Dort habe er einmal Libussa in einer Inszenierung von Peter Stein gesehen – „sehr fad!“

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