Das war das Jahr Harnoncourts

Musik-Bilanz

Das war das Jahr Harnoncourts

Musik. 2014 war das Jahr des Nikolaus Harnoncourt. Der Grammy-dekorierte Doyen der historischer Aufführungspraxis, der mit dem Echo Klassik für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde und seinen 85. Geburtstag feierte, hat seit der Gründung seines Ensembles Concentus Musicus vor 61 Jahren Musikgeschichte geschrieben. Während in den 1950er-Jahren Karajans und Böhms Wohlklang-Orgien Langeweile verbreiteten, hat Harnoncourt durch die schroffe Abkehr vom breiigen Klang die Musikwelt ins Wanken gebracht.

Brillant. Im Frühjahr blickte die Opernwelt auf das Theater an der Wien, wo der Großmeister des Originalklangs den ultimativen Mozart musizierte. Im Mozart-Da-Ponte-Zyklus hat Harnoncourt klargemacht, wie der Salzburger Gigant klingen muss: erotisch und komisch, mit scharfen Streiflichtern und maximaler Dramatik, mit tänzerischer Leichtigkeit und brillanter Farbgebung.

Im Sommer wurde der Pultstar mit Standing Ovations bei den Salzburger Festspielen und der styriarte gefeiert: Die drei letzten Mozart-Symphonien erklangen als „Instrumental-Oratorium“, das in atemlose Spannung versetzte.

Im Himmel. Auch bei Bachs Matthäus-Passion, Purcells Fairy Queen, Haydns Schöpfung oder Schuberts Unvollendeter wähnte sich der Musikfreund im Himmel.

E. Hirschmann-Altzinger

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