Portman-Interview

"Den Film als Regisseur zu sehen ist schrecklich!"

Portman sprach vor versammelter Presse über ihre Oma, die Wichtigkeit von Frauen und ihre - sehr zahlreichen - aktuellen Projekte als Schauspielerin und Regisseurin.

Mit enthusiastischem Applaus wurde Hollywoodstar Natalie Portman bei den Filmfestspielen von Vendedig für ihr Regiedebut "Eve" belohnt, mit dem sie am Lido den Kurzfilmwettbewerb "Corto Cortissimo" eröffnete. Die 22-minütige Geschichte mit Lauren Bacall in der Hauptrolle dreht sich um eine Enkelin, die ihre Großmutter besuchen will, aber überraschenderweise feststellen muss, dass diese gerade ein romantisches Date hat.

Vor versammelter Presse gab die 27-jährige Neo-Regisseurin ein Interview, in dem sie verriet, dass sie soeben auch ihr Langfilmdebut vorbereitet: Die Adaption des Amos Oz Romans "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis".

Ausserdem ist Portman ab 2009 in Jim Sheridans aktuellem Film "Brothers" an der Seite von Jake Gyllenhaal zu sehen und präsentiert zuvor noch einen weiteren neuen Film: Bei den Filmfestspielen von Toronto (4. bis 13. September) stellt sie den letzten des im März 2008 verstorbenen Drehbuchautors und Regisseurs Anthony Minghella vor: In "New York I Love You", ein Film über verschiedene Menschen und deren Schicksale, spielt sie neben Shia LaBeouf, Ethan Hawke und Orlando Bloom. In diesem Rahmen wird sie auch ihren bereits fertigen, zweiten Kurzfilm zeigen, der als Teil von "New York I Love You" konzipiert ist.

Frage: Wie kamen Sie auf die Idee zu "Eve"?

Portman: Der Film ist viel von persönlichen Erfahrungen inspiriert. Auch der meiner Freundinnen, und davon, wie sie sich über die Beziehungen zu ihren Müttern und Großmüttern definieren. Jede Generation reagiert auf die nächste und umgekehrt. So definiert man sich immer durch die Reflektion auf seine eigenen Vorfahren und Nachfahren. Mich interessierte, was dann die Original-Persönlichkeit eines Menschen sein könnte. Meine eigene Oma war mir dabei eine grosse Hilfe, denn sie hat immer eine ganz andere Sicht der Dinge als ich.

Frage: Welcher Regisseur hat Sie bei Ihrer Arbeit nun am meisten beeinflusst?

Portman: Wahrscheinlich jeder, der je einen Film gemacht hat. Anthony Minghella war sicher einer der Grössten. Er starb eienn Tag, bevor ich mit meinen Dreharbeiten begann. und ich wusste erst nicht, was ich tun sollte. Mit dem Dreh beginnen? Oder aus Respekt nicht? Aber Freunde, die ihn kannten meinten, es waere sicher der beste Weg der Wertschätzung, mit den Dreharbeiten zu beginnen.

Frage: Würden Sie auch ein Remake machen? Und ist es wahr, dass Sie im "Susperia"-Remake von Dario Argento dabei sein werden?

Portman: Über "Susperia" kann ich leider nicht sprechen. Ich halte Remakes aber für eine gute Idee, wenn man die Geschichte auf neue Weise erzählt, einen anderen Zugang findet. Ich arbeite selbst gerade daran, den Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis" von Amos Oz zu adaptieren. Das ist ja auch eine Art von Remake.

Frage: Glauben Sie, durch Ihre Regietätigkeit nun weniger Aufträge als Schauspielerin zu bekommen?

Portman: Mich hat die Arbeit mit Regie und Drehbuch immer interessiert. Am Set hat man ausserdem oft viel Zeit und da will man gern was Kreatives machen. In Zukunft kann ich das hoffentlich ausbalancieren, beides zu machen. Ich habe jetzt auch viel mehr Verständnis - und dadurch mehr Respekt - für die Arbeit eines Regisseurs. Vielleicht kriege ich ja auch deswegen in Zukunft mehr Rollen als Schauspielerin (lacht).

Frage: Den Film als Regisseur zu sehen, wie ist das?

Portman: Schrecklich. Es ist ja so, dass alles immer die Schuld des Regisseurs ist. Wenn die Schauspieler schlecht sind, ist der Regisseur schuld, wenn der Film schlecht ist: Regisseur-Fehler. Also konnte ich mich als Schauspielerin auch immer etwas besser zurücklehnen (lacht). Aber wenn das dein Film ist, hast du für alles die Verantwortung. das hat mir schon etwas Angst gemacht.

Frage: Welche Bedeutung hat für Sie der Ihnen kürzlich verliehene "Movies for Humanity"-Award?

Portman: Ich bin froh über die Summe, die ich dadurch spenden konnte. Frauen und Kinder machen 70% der von Armut betroffenen Weltbevölkerung aus und sind auch in der Bildung vernachlässigt. Das Jane Goodall Institut verhilft ihnen zu Bildungs- und Jobmöglichkeiten und ich denke, das ist wirklich der beste Weg, um ihre Lage zu verbessern und Armut zu bekämpfen. Aber auch damit verbundene Probleme wie Umweltzerstörung und explodierende Geburtenzahlen und die soziale und wirtschaftliche Position der Frauen zu stärken.

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