Der Fall Josef F. erscheint in Buchform Der Fall Josef F. erscheint in Buchform

Anwälte aufgebracht

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Der Fall Josef F. erscheint in Buchform

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Der Journalist Allan Hall ist bekannt für seine Aufsehen erregenden Bücher, er schrieb bereits ein Buch über den Fall Natascha Kampusch. Nun wagt er sich an nicht minder schwierigen Stoff heran und erzählt die Geschichte von Josef F. und seiner Terrorherrschaft.

Anwälte wehren sich
Bereits gegen das Erscheinen des Buchs "House of Horrors" von Autor Nigel Cawthorne, das im August erschienen ist, hatten die Opfer von Josef Fritzl angekündigt vorzugehen ,und gegen den Verleger Klage einzureichen. Auch der Täter selbst wollte gegen das Erscheinen vorgehen. jetzt werden die Rechtsvertreter wieder voll beschäftigt sein: Denn Rechtsanwalt Christoph Herbst hatte bereits angekündigt, man werde „mit allen juristischen Mitteln“ gegen die Verlage einschreiten, wenn darin die Rechte seiner Mandanten verletzt würden.

Aber auch Rudolf Mayer, der Verteidiger von Fritzl, will „nach Maßgabe der rechtlichen Möglichkeiten“ einschreiten. Allerdings sei dies schwierig, wenn die Bücher nur im Ausland auf den Markt kämen. Nach ORF-Angaben planen beide Verlage keine deutsche Fassung der Bücher.

Hall sprach mit Freunden, Bekannten und Klinikmitarbeitern
Für sein Buch befragte Hall Zeugen aus der Umgebung, aus diesen Informationen zeichnet er ein Bild der Familie. Viele wollen allerdings anonym bleiben. So erzählen die Mitarbeiter der psychiatrischen Klinik, in der die Familie untergebracht ist, vom starken Misstrauen zwischen Mutter Rosemarie und Tochter Elisabeth. Hall erzählt beispielsweise von Elisabeths Unverständnis ihrer Mutter gegenüber, dass diese nichts gegen den Missbrauch unternommen hat.

Berührende Erzählung vom Leben nach dem Keller
Hall schildert auch das neue Leben von Kerstin, Stefan und Felix, die ihre bisheriges Leben im Keller verbracht hatten, sowie auch die Begegnung mit den Kindern, die "oben" gelebt hatten. "Sie konnten nicht verstehen, warum es den Kindern von "oben" schwer fällt, zu Elisabeth Mutter zu sagen", so ein Klinikmitarbeiter gegenüber dem Autor.

Auch Elisabeths Sicht der Dinge wird offenbart, so ihre Frustration darüber, dass ihre Kinder so viel Zeit mit der Großmutter verbracht hatten. Die Gefühle, der Kinder, die "oben" lebten, werden ebenso geschildert. Diese seien verwirrt und mitgenommen durch die Aufmerksamkeit, die die Verhaftung von Josef F. mit sich gebracht hat, erzählt Hall in einem Artikel im "Daily Express". So beschreibt ein Betreuer der Kinder: "Sie hatten ein normales Leben, sie gingen zur Schule und hatten Freunde. Dann auf einmal wachten sie auf und fanden nicht nur heraus, dass ihre Mutter zurückgekehrt ist, sondern sie erfuhren die gesamten Missstände in der eigenen Familie."

Allan Hall erzählt auch von den ersten Ausflügen der Kinder, die im Keller leben mussten. "Es war ein wundervoller Moment voller Traurigkeit" so ein Zeuge, "Die Kinder berührten Blätter und rollten sich im Gras, bisher hatten sie all das nur im Fernsehen sehen können. Jeden Tag lernen und sehen sie etwas Neues."

Konflikt der Gefühle
Vor allem die Kinder aus dem Keller sind sich über ihre Gefühle gegenüber ihrem Großvater noch nicht im Klaren. Einerseits war er ihr Kerkermeister, andererseits bekamen sie von ihm Lebensmittel und Geschenke. Außerdem war am Ende er es, der sie befreite.

Besondere Beachtung schenkt Hall auch der Rolle von Elisabeths Mutter Rosemarie. Er beschreibt ihrem Wunsch, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.

Allan Hall: Monster: An Austrian nightmere, Penguin-Verlag, 288 Seiten, ca. 9,80 Euro, ab 6.11. in Großbritannien erhältlich

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