Kinostart

"Der rote Baron": Krieg ist kein Sport

Zumindest viele spektakuläre Flugszenen erwartet man sich von ­einem Film über den „Roten Baron“ Manfred von Richthausen, der im Ersten Weltkrieg zum Helden aufgebaut wurde. Als Fliegerass hielt er den Luftsieg-Rekord, bevor er 1918 mit 26 Jahren in seinem roten Fokker-Dreidecker selbst abgeschossen wurde. Aber die Flugszenen sind bei Regisseur Nikolai Müllerschön spärlich. Eine kritische Auseinandersetzung, etwa mit dem Thema Kriegspropaganda, fehlt gänzlich. Obwohl Müllerschön das wohl im Sinn hatte, als er dem „Baron“ (Matthias Schweighöfer) die Liebesgeschichte mit der Krankenschwester Käte (Lena Headey) andichtete. Denn erst durch sie erkennt Richthofen hier, dass die Luftkämpfe ja gar kein sportliches Spiel sind, sondern ein verwerflicher Angriffskrieg.

Emotionslos
Auch sonst hat der Film nichts zu sagen – und das in elliptischer Erzählweise, in der zwar Anbahnung und Auswirkung zentraler Ereignisse gezeigt werden, aber nicht die Ereignisse selbst. Zudem fallen auch noch Charakterentwicklung und Emotionen weg.

Kinostart am 11. April, D 2006, Regie: Nikolai Müllerschön. Mit Matthias Schweighöfer, Joseph Fiennes.

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