Die Chroniken eines Mörders und Literaten

Buch-Aufreger

© Chris Singer

Die Chroniken eines Mörders und Literaten

Der Buch-Aufreger des Herbsts heißt „Der Mann aus dem Fegefeuer – Das Doppelleben des Jack Unterweger“.

Buch
Die Story des Tatsachenromans klingt wie ein mit viel düsterer Fantasie erfundenes Thriller-Drehbuch – dabei ist sie von vorne bis hinten authentisch: John Leake erzählt minutiös das beklemmende Doppelleben des Wiener Mörders und Literaten Jack Unterweger. Er wurde 1994 wegen neunfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und beging in der Grazer Zelle Selbstmord.

Düstere Legenden
Wie ein Hollywood-Thriller liest sich Der Mann aus dem Fegefeuer auch deshalb, weil Leake die grauenhaften Funde – rituell strangulierte Prostituierte in Deutschland, Österreich und Los Angeles – gegen die Schokoladenseite Unterwegers „schneidet“: So gab sich Österreichs Jekyll & Hyde als Dandy, führte in Wien (z. B. mit Kripochef Edelbacher) Interviews und fuhr in Los Angeles mit Polizeistreifen mit, angeblich um „journalistische Recherchen“ durchzuführen.

Wie ein Thriller
Auch beim Filmregisseur Robert Dornhelm kreuzte Unterweger in L.A. auf, um ihn zur Verfilmung seiner Romane zu überreden. Doch Dornhelm fand den wie ein Las-Vegas-Cowboy gekleideten ungebetenen Gast nur „lästig“. Autor Leake zu ÖSTERREICH: „Jack hat sich sehr gerne Krimis angeschaut, am liebsten sah er Das Schweigen der Lämmer. Er hat sein Leben wie einen Thriller inszeniert.“

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