Die Geschichte der Oscar-Verleihung

Glanz und Glamour

© Georg Hockmuth

Die Geschichte der Oscar-Verleihung

Die Geschichte der Oscars ist lang und aufregend: Bereits 1927 wurde in der "Academy of Motion Picture Arts" beschlossen, "Einzelpreise für hervorragende Einzelleistungen" aus dem Bereich Film zu verleihen. Der kleine Passus des 11. Mais sollte für die zukünftigen Generationen des Films folgenschwere Veränderungen mit sich bringen.

Glanzlose erste Verleihung
Die erste Verleihung der Oscars (Cedric Gibbons, Leiter des Art Departments bei MGM, entwarf die Oscar-Statuen) hatte noch nicht viel vom Glamour folgender Jahre zu tun. Die Gewinner standen seit Monaten fest, nur mäßig viele Stars fanden sich im Blossom Room des Hollywood Roosevelt Hotels ein. Auch Medien waren kaum vertreten, folgerichtig wickelte Doug Fairbanks die Verleihung in der Rekordzeit von vier Minuten 22 Sekunden ab.

Sehnsucht nach Glanz und Glamour im 2. Weltkrieg
Die Kriegsjahre bedeuteten für die USA einen enormen wirtschaftlichen Schaden. In den turbulenten Zeiten des 2. Weltkriegs sehnten sich viele Amerikaner nach mehr Glanz und Unterhaltung - vorwiegend um sich abzulenken. Schon damals brachte ein Oscar-Gewinn Zusatzeinnahmen von ein bis zwei Millionen Dollar.

Studios in der Rezession
Den immer größer werdenende Stellenwert, den die Statue innerhalb der amerikanischen Gesellschaft erreichte, bekam damals zum Beispiel Orson Welles zu spüren, der mit seinem wegweisenden, aber inhaltlich sehr umstrittenen Werk "Citizen Kane" 1941 offenbar zu kritisch mit dem Leben des Medienmoguls William Randolph Hearst auseinander setzte. Der Film floppte bei Oscar-Verleihung, dessen Film-Karriere war darauf hin so gut wie beendet.

Erste Fernsehübertragung 1953
Das Fernsehen und die Filmwirtschaft standen lange Zeit auf Kriegsfuß: Obwohl die Film-Studios sich lange Zeit erbittert gegen die entstehende Fernseh-Konkurrenz zur Wehr setzten, markierte die erste Fernseh-Übertragung einer Oscar-Verleihung 1953 einen Meilenstein in der Fernsehgeschichte: Die vom späteren US-Präsidenten Ronald Reagan moderierte Show erzielte die bis dahin höchste Einschaltquote seit der Einführung des Fernsehens.

Wirbel um politische Ausrichtung der Schauspieler
Auch politisch geriet der Oscar ins Rampenlicht: In den repressiven Jahren der McCarthy-Zeit gab es offizielle "schwarze Listen" mit als "kommunistisch" gebrandmarkten Schauspielern und Regisseuren, die keinen Oscar gewinnen durften. Die Schauspieler begannen, ihre Popularität zu nützen, um politische Statements abzugeben: Improvisierte und geplante politische Reden zu Themen wie Unterdrückung der Indianer, Vietnamkrieg und Palästina prägten die Oscar-Nächte lange Jahre als Spiegel der unruhigen politischen Entwicklung Amerikas.

Kommerzkino wurde erst in den 1990ern "oscarwürdig"
Das änderte sich erst, als in den 80er Jahren Filme wie "Ghostbusters", "Indiana Jones" und "Beverly Hills Cop" den Siegeszug des Kommerzkinos einläuteten. Die Academy vergab die Haupt-Oscars vorerst nicht an diese Kommerzfilme, bis in den 90ern Kinoerfolge und Oscar-Gewinner wieder übereinzustimmen begannen: Spätestens als "Titanic" 1997 den Oscar-Rekord von "Ben Hur" (elf Oscars 1959) einstellte, war das Kommerzkino aber "oscarwürdig" geworden.

Oscar drei Mal verschoben
Heuer wäre es fast dazu gekommen, durch den beendeten Streik wird die Verleihung aber wie gewohnt stattfinden. Erst drei Mal in der Oscar-Geschichte wurde die Verleihungs-Gala verschoben: 1938 wegen einer Hochwasser-Katastrophe, 1968 wegen der Ermordung von Martin Luther King, 1981 wegen eines Attentats auf den damaligen US-Präsident Ronald Reagan.

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