Die Liebe ist kein Spiel

"Così fan tutte"

© APA/ BARBARA GINDL

Die Liebe ist kein Spiel

Die Menschen in dieser Oper haben keine Biografie und keinen ausgeprägten Charakter. Das macht es leicht, die Handlung ins Heute zu verlegen. Claus Guth lässt Così fan tutte am Ende einer Abendgesellschaft beginnen. Man ist nicht mehr ganz nüchtern. Die Wette, die zwei Männer abschließen, gilt der Treue ihrer Freundinnen. Was zunächst als Spiel mit Partnertausch scheint, wird bald Ernst, denn Liebe ist kein Spiel. Es entwickeln sich echte Gefühle.

Vorzüglich
Das lässt Mozarts Musik hören, und ich muss gestehen, dass ich selten zuvor die Tiefe, Verzweiflung und Hingabe in den Arien und Ensembles so deutlich vernommen habe wie bei dieser Aufführung. Sie ist vorzüglich besetzt und wird von Adam Fischer mit einer fabelhaften Mischung aus Eleganz und Dramatik musikalisch gestaltet.

Slapstick & Erotik
Nicht ganz so einfach ist’s mit dem Libretto. Das stellt sich Guths Regie, einem Mix aus Naturalismus und Video-Erinnerungen, Slapstick und Erotik, Pantomime und Akrobatik mehrfach in den Weg. Aber dem Publikum gefällt der Spiegel, der manchen vorgehalten wird, und dass zuletzt nur gestörte Verhältnisse auf der Bühne zu sehen sind und keine glücklichen Paare, ist, fürchte ich, eine Realität, die auch Mozart nicht fremd war. Von den Sängern werden Körperbeherrschung und natürlicher Ausdruck verlangt.

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