Die Superdiva als Manon Lescaut

Anna Netrebko

Die Superdiva als Manon Lescaut

Gestern debütierte Anna Netrebko, seit 14 Jahren der Popstar der Klassik-Branche, im Haus am Ring in Puccinis früher lyrischer Oper Manon Lescaut als kindliche Femme fatale, die den mittel- und vornamenlosen Chevalier Des Grieux liebt, aber den Verlockungen des Luxuslebens nicht widerstehen kann (Beginn nach Redaktionsschluss). Dem sinnlichen, leicht verschatteten, dramatischen Timbre der Super­diva, die mittlerweile auch ihre erste Wagner-Rolle, die Elsa im Lohengrin unter Christian Thielemann an der Semperoper, absolviert hat, liegen die dramatischen, veristischen Puccini-Heldinnen besonders gut. Die Tosca sollte die nächste Diva in ihrem Puccini-Repertoire sein.

Shopping Mall. Der kanadische Regisseur Robert Carsen hat seine kühle, leider verunglückte Inszenierung in einer Shopping Mall angesiedelt, was besonders im letzten Akt, wenn Manon in der amerikanischen Wüste verdurstet, ein kaum zu übertreffender Unsinn ist. Der italienische Tenor Marcello Giordani ist ein passabler Des Grieux, Marco Armiliato dirigiert routiniert die von Wagner-Zitaten dominierte, geniale Partitur.

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