Die Welt im Dan-Brown-Fieber

Rekordansturm

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Die Welt im Dan-Brown-Fieber

Es ist ein Hype wie bei Harry Potter. Sechs Jahre lang mussten die Fans auf diesen Moment warten: Seit gestern ist das neue Buch von Dan Brown, The Lost Symbol, in den USA und England endlich in den Geschäften zu kaufen. Vor den Buchläden New Yorks bildeten sich bereits frühmorgens große Menschentrauben.

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Der US-Verlag Doubleday druckte gleich 6,5 Millionen Bücher für die USA (1 Million für England), denn Brown ist ein Megastar:

- „Da Vinci Code“ (dt.: Sakrileg) wurde 81 Millionen Mal verkauft.

- 750 Millionen Dollar brachte die Filmversion (mit Tom Hanks) ein.

- Zum Blockbuster wurde auch die Verfilmung eines früheren Romans, „Angels and Demons“ (dt.: Illuminati).

Inhalt streng geheim
Bis Dienstag wurde der Inhalt von „Lost Symbol“ strengstens geheim gehalten. Spekulationen darüber füllten mehrere Bücher. Jetzt steht fest: Schauplatz ist Washington. Geheime Symbole der Freimaurer bieten die ideale Kulisse für mörderische Intrigen. Professor Robert Langdon entdeckt in der Rotunda des Kapitols die Leiche seines Mentors: ein Arm wurde abgetrennt, die Finger zeigen auf ein Deckengemälde (siehe auch Auszüge rechts).

Verschwörungstheorien
Seinen Ruhm verdankt Brown teils den Kontroversen um den Da Vinci Code (2003), als vor allem das „Geheimnis“ einer mit Jesus verheirateten Maria Magdalena die katholische Kirche zur Weißglut trieb. Der Orden Opus Dei wurde dazu als veritable Killertruppe beschrieben. Der Kern der christlichen Lehre sei „besudelt“, tobte der Vatikan. Das Konfliktpotenzial ist diesmal eher gering, so US-Kritiker nach einer ersten Durchsicht. Superstar Brown kann offenbar heute auf Gratis-PR durch Skandale verzichten – seine Veröffentlichungen bekommen genug Aufmerksamkeit. Österreich-Start ist am 14. Oktober.

Erste Auszüge aus dem Thriller
Hier erhalten Sie zum ersten Mal Einblick in den neuen Roman von Dan Brown (Originalauszüge kursiv). Der Held wird in die Machenschaften von Geheimbünden verwickelt und muss gegen ein dämonisches Genie kämpfen.

„Haus des Tempels. 20.33 Uhr. Das Geheimnis liegt in der Art und Weise des Sterbens.“ So beginnt Dan Browns neuer Bestseller. Der Schauplatz: Die US-Hauptstadt Washington D. C., ein dunkler Raum in einem Gebäude bloß 100 Meter vom Weißen Haus entfernt. Ein 34 Jahre alter Anwärter einer geheimen Freimaurer-Bruderschaft starrt auf einen menschlichen Schädel. Der Totenkopf ist hohl, gefüllt mit Rotwein. „Trink es“, spricht er sich Mut zu: „Es gibt nichts, vor dem du dich fürchten musst.“

Wie es das Ritual verlangte, trug er eine verschlissene Robe, mit denen Ketzer im Mittelalter zum Galgen geführt wurden. Um den Hals trug er eine geknüpfte Schlinge. Rund um ihn standen die anderen, in ihrem Festgewand: Schurz, Schärpe und weiße Handschuhe.

Um den Hals baumelten zeremonielle Juwelen, die schimmerten wie die Augen eines Geistes im dämmrigen Zwielicht. Hohe Positionen hatten die Männer, doch hinter diesen dicken Mauern waren die bedeutungslos. Hier waren alle gleich: Brüder, vereint durch einen mystischen Bund. Der Raum sah aus wie ein heiliges Refugium aus einer antiken Welt. Doch die Wahrheit war noch um einiges eigenartiger: „Ich bin nur wenige Häuser vom White House entfernt“. Das kolossale Gebäude ist die Kopie eines vorchristlichen Tempels, exakt dem von König Mausolus, dem ursprünglichen Mausoleum.

Es folgt Browns gewohnt packendes Inferno aus mystischen Verschwörungen, mörderischen Intrigen und antiker Symbolik – diesmal komprimiert in einer Zeitspanne von 12 Stunden.

Die Freimaurer, deren versteckte Codes der Architektur Washingtons ihren Stempel aufdrückten, sind das Thema. Der Held ist erneut Professor Robert Langdon. Diesmal macht er Jagd auf den Bösewicht, der sich „Mal’akh“ nennt und dessen Körper übersät ist mit Tattoos, dunklen Geheimnissen eines religiösen „Codes“. Das dämonische Genie wird von der Bruderschaft in den Kreis des 33. Grades aufgenommen – der Spitze der Hierarchie der Geheimloge.

Rasch heizt sich das Drama auf: „Wer zum Teufel sind Sie?“ Langdon drückte sein Handy ans Ohr. „Keine Sorge“, antwortete der Mann: „Sie wurden hierher bestellt aus einem guten Grund“. „Hierher bestellt? Doch eher entführt!“, rief Langdon.

Der Mann erläutert, dass nur seine Kooperation die Seele seines Mentors Peter Solomon retten könne. Langdons Stimme klingt jetzt hart, fordernd: „Wenn Sie Peter in Ihrer Gewalt haben, dann lassen Sie ihn verdammt noch mal mit mir telefonieren!“ „Ich fürchte, dass das nicht geht. Mr. Solomon ist gefangen an einem recht unangenehmen Ort.“

„Er ist im Araf!“ Der Mann kryptisch: „Jener Ort, dem Dante das Folgewerk nach dem ‚Inferno' widmete?“ „Ist er tot?“, rief Langdon. „Das würde ich so nicht sagen“.

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