Dohnanyi im Wiener Musikverein

Kritik

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Dohnanyi im Wiener Musikverein

Gastspiele ausländischer Orchester machen nur dann Sinn, wenn sie etwas Außergewöhnliches bieten.

Konzert
Sei es im Programm, sei es wegen ihrer Qualität. Das Dreitage-Gastspiel des Londoner Philharmonia Orchestra im Wiener Musikverein begann am Freitag mit einer exemplarischen Wiedergabe der Tondichtung Ein Heldenleben von Richard Strauss. Christoph von Dohnanyi, 78, seit zehn Jahren Chefdirigent (und ab 2009 Ehrendirigent auf Lebenszeit), hat mit seinem Kollektiv eine gleichermaßen genaue wie sinnliche, in den Details präzise formulierte und in der Gesamtwirkung komplexe Wiedergabe erzielt.

Pointiert
Satter Streicherklang, pointierte Holzbläsersoli, gut differenziertes Blech waren zu bewundern, vom zarten Piano bis zum martialischen Forte stimmte die Klangbalance. Vor allem aber saß am Konzertmeisterpult ein Gast vom Bayerischen Rundfunk, der seine solistischen Fähigkeiten für das Porträt der Frau an des imaginären Helden Seite ausspielen konnte. Das virtuose Schmachten seiner Geige wurde von Dohnanyi keineswegs versachlicht, sondern liebevoll mit dem Orchester übernommen. Das Zuhören wurde zum Genuß.

Recht ruppig
Vor der Pause eine minder interessante, einigermaßen ruppige Wiedergabe der Frühlingssymphonie von Robert Schumann.

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