Löbl-Kritik

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"Don Giovanni": Jubel und Buh-Rufe

Würde das Publikum nicht Mozarts Musik hören, käme kaum einer auf die Idee, hier "Don Giovanni" zu sehen. Claus Guth, der Regisseur, siedelt die Handlung in einem dichten Wald an. Ein Mann erschlägt einen anderen, wird dabei aber selbst durch einen Pistolenschuß tödlich verletzt. Sein Kumpel ist mit Spritzen, Hasch und Alkopops zur Hand; im dreistündigen Delirium erleben beide nochmals die letzten Affären.

Spürbare Erotik
Die beiden Junkies sind Giovanni und Leporello. Der Erschlagene, Komtur genannt, hebt selbst jene Grube aus, in die Giovanni zuletzt fällt. Der kann von den Frauen auch als Untoter nicht lassen und die Frauen nicht von ihm. Erotik ist stets spürbar, Sex wird praktiziert, ein junges Mädchen wird defloriert. Alle Personen bewegen sich wie somnambul in einer nächtlichen Szenerie. Zwischen den Bäumen führt auch eine Straße, an ihr eine Haltestellenhütte, in der Elvira offenbar auf den Bus wartet. Auch ein Pkw kommt mal vorbei, in dem Anna und Ottavio sitzen. Den Motorschaden will Giovanni beheben. Offenbar ist er (auch) Automechaniker.

Buhrufe für Eitelkeit
Das alles und noch mehr hat mit dem Libretto und der Musik nicht viel zu tun, entspricht aber dem Zeitgeist. Wieder hat ein Regisseur nicht das Stück, das ihm anvertraut wurde, inszeniert, sondern seine Variante. Für solche Eitelkeit wurde Claus Guth zuletzt ausgebuht. Kaum ausgebuht wurde Bertrand de Billy, der den szenischen Unfug akzeptierte und ihm musikalisch entspricht: Gesäuselte, beiseite gemurmelte Rezitative werden nur mit instrumentalen Pointen versehen, die Musik scheint der Aktion blöß zu assistieren.

Die Sänger hatten körperliche, turnerische, aktionistische Schwerarbeit zu leisten, was bei Annette Dasch und Dorothea Röschmann, bei Christopher Maltman und Erwin Schrott diesmal mehr beeindruckte als ihr Singen. Matthew Polenzani war auch stimmlich ein wohltuend maskuliner Ottavio. Ekaterina Siurina ist eine zauberhafte Zerlina mit einer jungen, frischen, klaren Stimme und starker Bühnenpräsenz.

Vor dem Festspielhaus demonstrierten Tierschützer. Aber wer schützt Mozart?

Schrott als Star
Vor dem Festspielhaus ein Spalier von Zaungästen, Fotografen, Kameraleuten. Sie waren gekommen, um Prominente zu schauen und eventuell auch Anna Netrebko zu sehen. Drinnen wollten viele Besucher vor allem deren Kindsvater kennenlernen. Hätte ich Erwin Schrott jedoch nicht in Wien und London als Mozarts Figaro erlebt, wäre mir sein Salzburger Leporello bloß als Figur aufgefallen, nicht stimmlich. Schrott macht alles, was die Regie von ihm verlangt, perfekt. Er klettert und springt, gibt sich und seinem Partner die Nadel und hat die Fahrigkeit eines Süchtigen. Vieles wirkt vulgär, hat aber trotzdem Charme. Schrotts Baßbariton ist in dieser Produktion allerdings total den optischen Erfordernissen untergeordnet. Man hört eine gute, keine außerordentliche Stimme. Vieles wird beiseite gesungen, anderes hektisch forciert. Als Darsteller überzeugt Schrott, als Mozart-Interpret nicht. Immerhin ungewöhnlich, dass ein Regisseur den Gesang so negativ beeinflußt.

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