Elfriede Jelinek an der Burg

Theater

Elfriede Jelinek an der Burg

Nach der antiken Tragödie "Die Schutzflehenden" des griechischen Dichters Aischylos hat die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ein Flüchtlingsdrama geschrieben, das am Samstag in Michael Thalheimers Regie im Burgtheater seine ­österreichische Erstaufführung erlebt. In ihrer Textfläche Die Schutzbefohlenen erzählt die wortgewaltige Dichterin und Moralistin, die stets gegen den Alltagsfaschismus und „das gesunde Volksempfinden“ gekämpft hat, von den 30 Asylwerbern, die im November 2012 die Votivkirche als symbolischen „Schutzraum“ besetzten.

Wir leben
„Wir leben. Wir leben, Hauptsache, wir leben“, so beginnt Jelinek ihr gewaltiges Oratorium. „Fast hätte uns die See vernichtet, fast hätten uns die Berge vernichtet, jetzt sind wir in dieser Kirche, doch wo werden wir übermorgen sein und danach?“

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