01. April 2009 14:31
„Monsters vs. Aliens“ Sympathische Sonderlinge
augenzwinkernd im Kampf mit Außerirdischen.
Schon Johann Nestroy warnte im Lumpazivagabundus vor dem Tag, wenn
der Komet kommt. Die süße Kalifornierin Susan bekommt jetzt die Folgen zu
spüren: Sie steht im Landefeld eines Meteors, der sie mit einem glibberigen
Schleim anpatzt. Stunden später wächst die Dame 15 Meter in die Höhe und
wird in ein geheimes Camp verfrachtet, in dem sie mit anderen seltsamen
Monstern ihr Dasein fristet.
Kampf den Aliens
Doch dann
fliegt schon wieder was aus dem All daher. Als der Planet Erde von
kriegerischen Aliens attackiert wird, holen die Amtsträger zwecks Gegenwehr
die Monster aus ihrem Versteck. In der Tat gelingt es den dicken, großen und
irgendwie unzerstörbaren Figuren, sich den Aliens in den Weg zu stellen.
Superhit
Das
ist der Plot eines witzigen und spannenden DreamWorks-Animationsfilms, der
in den USA (siehe Kino-Charts) wohl auch deshalb zum Superhit wurde, weil er
optisch viel Neues zu bieten hat. Monsters vs. Aliens wurde in 3D gedreht.
27 heimische Kinos bieten den Filmspaß in der dreidimensionalen Version an:
Sensationell, wenn einem die Monster direkt vor der Nase vorbeizischen. (bau)
USA
2009. 94 Min. Von Rob Letterman. Drehbuch: Conrad Vernon.
„Fast & Furious“ Vin Diesel und Paul Walker
steigen wieder aufs Gas.
Schnelle Autos, harte Jungs und heiße Miezen: Die Luft ist geschwängert mit
Benzin und Testosteron, wenn in Fast & Furious die Motoren aufheulen.
Der aktuelle Film trägt den Untertitel Neues Modell, Originalteile, was wohl
darauf hindeutet, dass Vin Diesel, der im zweiten Film eine Auszeit nahm,
wieder mit von der Partie ist.
Vin Diesel ist Renner
Der
charmante Muskelprotz Diesel mit den treuherzigen Augen ist wohl das
wichtigste Verkaufsargument für den Film, die Story hingegen bleibt
Nebensache. Das ist auch besser so, denn erstens ist die Spielhandlung um
einen schurkischen Drogenbaron einigermaßen verwirrend, und zweitens würden
allzu viel Dialoge nur bei der Action stören.
Also, Vollgas
Schon
zu Beginn zeigt der Film seine beste Action-Sequenz, wenn Vin Diesel und
seine HelferInnen in der Karibik einen langen Lkw-Lastzug voller Sprit der
Ladung berauben. Auch später wird beherzt, rasant und mit tollen Tricks Auto
gefahren. Der Rest? Schwamm drüber. (bau)
USA 2009. 99 Min. Von
Justin Lin. Mit Vin Diesel, Paul Walker, Michelle Rodriguez.
„Lornas Schweigen“ Wuchtige Emotion
Die Albanerin Lorna (Arta Dobroshi) lebt nach Scheinheirat mit einem Junkie
in Belgien. Komplizen planen für sie bereits eine zweite Schein-heirat – mit
einem Russen, der viel Geld bezahlen will. Zuvor jedoch muss Lorna noch
ihren derzeitigen Mann loswerden, mit einer Überdosis, die sie zur Witwe
machen soll. Doch Lorna geht auf dem Weg zu dieser Tat das Herz auf.
Feinfühlig, unaufgeregt, großartig besetzt: Jean-Pierre und Luc Dardenne
machen aus dieser kleinen Geschichte ein emotional wuchtiges Filmerlebnis.
(greu)
B/F/D 2008. 105 Min. Von Jean-Pierre & Luc Dardenne. Mit
Arta Dobroshi, Jérémie Renier.
"Religulous" Große Religionen am Prüfstand
US-Satire-Talkmaster Bill Maher wurde von Regisseur Larry Charles (Borat)
losgeschickt, um die aktuellen Befindlichkeiten der großen Religionen zu
erkunden – allerdings in überaus unkorrekter Weise: Maher ergründet etwa,
warum es Menschen gibt, die auf einen Märtyrertod schwören und wirklich
glauben, beim Abendmahl das Blut Christi zu trinken. (bau)
"Ich habe den englischen König bedient" Zarte Komödie
Sinnlich
und erotisch, heiter und melancholisch, politisch und kritisch: Diese zarte
Komödie von Oscar-Preisträger Jiri Menzel ist der Glücksfall einer
Bestsellerverfilmung (von Bohumil Hrabals Roman). Es geht um den Charmeur
Jan Dite, der es sich zum Ziel setzt, Millionär zu werden. Sein Weg dorthin
führt durch 1.000 Betten – aber auch ins Gefängnis, denn dieser
schweykianische Charakter stolpert über die eigene Prinzipienlosigkeit und
die Zeitläufte zwischen Nazi-Diktatur und Kommunismus. Großartig. (bau)
Fotos: (c) Universal, Dreamworks