Frankfurter Buchmesse

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Leichtes Besucherplus, jubelnde Isländer

Island als Zugpferd und reichlich Besucher: Nach fünf Messetagen haben die Veranstalter zum Abschluss der 63. Frankfurter Buchmesse eine positive Bilanz gezogen. Es seien etwas mehr Besucher gekommen als im Vorjahr. Jubel gab es vor allem beim Gastland Island und den Verlagen, die Isländer im Programm hatten. Im nächsten Herbst ist Neuseeland dann Ehrengast bei der weltgrößten Bücherschau in Frankfurt.

Besucherplus
"Es war eine konzentrierte Messe", sagte Buchmessen-Sprecherin Katja Böhne der dpa. Auch wenn Sonntagmittag noch keine konkreten Zahlen vorgelegt wurden, gingen die Veranstalter in der Tendenz von einem leichten Plus bei den Besuchern aus - 2010 waren rund 280.000 Gäste gekommen.

"Der internationale Rechtehandel lief sehr gut", besonders im Bereich Bildung, bei Kinderbüchern und Wissenschaft. 7.384 Anbieter aus 106 Ländern hatten ihre Produkte gezeigt - etwas weniger als im Jahr davor. Was an Einzelausstellern verloren gehe, werde bei digitalen Dienstleistern oder anderen Branchen aufgeholt, sagte Böhne. Gastland-Koordinator Halldor Gudmundsson berichtete von einer "überwältigenden und fast schon euphorischen Resonanz" auf den Ehrengast-Auftritt Islands. Frankfurt habe den Durchbruch auf dem internationalen Markt gebracht. Auch in den USA, Osteuropa und Südostasien gebe es großes Interesse an isländischen Autoren, sagte Islands Verlegerpräsident Kristjan B. Jonasson.

Eher ruhig
Wer Isländer im Programm hatte, konnte sich ebenfalls freuen: Vieles aus dem hohen Norden lief sehr gut, ergab eine dpa-Umfrage bei deutschen Verlagen. Andere sprachen eher von einer ruhigen Messe. Nach drei Fachbesuchertagen hatten am Wochenende die Leser Zutritt zur Bücherschau. Die Besucher konnten viele Autoren und Prominente erleben, unter anderem lasen und signierten die Autorinnen Cornelia Funke, Gaby Hauptmann und Rebecca Gable. Für Aufsehen sorgte Ex-TV-Star Dieter Thomas Heck (73). Er stellte seine Biografie vor und legte darin ein spätes Geständnis ab: Vor 40 Jahren habe er im Streit seine alkoholkranke Frau Edda fast erwürgt.

E-Books waren zwar ein großes Thema in Diskussionsrunden und Konferenzen, beim Schlendern durch die Hallen nahm man die elektronischen Lesegeräte aber nur am Rande wahr. Umso präsenter waren die vielen jungen Menschen, die sich als Manga- oder andere Fantasy-Figuren verkleidet hatten. Sie prägen seit Jahren das Bild des Messe-Samstags.

Friedenspreis
Zum Abschluss ehrte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels dann den Autor Boualem Sansal. Der Schriftsteller aus Algerien sei ein leidenschaftlicher Erzähler, der die Begegnung der Kulturen fördere. Sansal nahm den mit 25.000 Euro dotierten Friedenspreis in der Paulskirche entgegen. Der algerische Autor hofft, dass die Welt vor einer Wende zur universellen Demokratie steht: "Die Menschen lehnen Diktatoren ab, sie lehnen Extremisten ab, sie lehnen das Diktat des Marktes ab, sie lehnen den erstickenden Zugriff der Religion ab", sagte er in seiner Dankesrede.

Die Buchmesse 2012 findet vom 10. bis 14. Oktober nächsten Jahres statt. Gastland ist Neuseeland.

 

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