Geniales Laientheater - selten so gelacht!

Nachkritik

© Martin Vukovits

Geniales Laientheater - selten so gelacht!

Nicht im Burgtheater oder im Akademietheater, sondern im Theater in der Josefstadt spielen Claus Peymann und Herman Beil (mit Carmen-Maja Antoni als Erzählerin) die brillante Thomas-Bernhard-Dramolette-Trilogie Claus Peymann kauft sich eine Hose und geht mit mir essen. Obwohl es in diesen Theaterminiaturen natürlich ganz zentral um das Burgtheater geht; und obwohl Claus Peymann die Josefstadt immer als „Schlafanstalt“ bezeichnet hat.

Köstlich. Wie auch immer: Was die beiden Nichtschauspieler Peymann (wie gewohnt aus allen Schleusen schwitzend) und Beil (mit Duldermiene) da auf Einladung von Josefstadt-Direktor Herbert Föttinger, der offenbar Spaß versteht, leisten, ist köstlichstes, genialstes Laientheater. Man kann nur sagen: Selten so gelacht!

Die Dramolette heben an mit Peymanns Abgang aus Bochum, wo Fräulein Schneider (Beil mit rosa Haarreifen und Perlenkette!) die Schauspieler- und Dramaturgenpuppen einpackt. Teil 2 thematisiert die Ankunft Peymanns in Wien und einen aberwitzigen Spaziergang mit Bernhard. Hier flutet es nachgerade Bernhardiaden: „Wien ist die Hölle. – Eine Intrigen- und Verleumdungsmaschine. – Das Burgtheater ist ein tragikomischer Fleischwolf. – Am ekelerregendsten sind die österreichischen Minister.“ Aber auch: „Österreich ist das beste Rindsuppenland.“ etc. etc.

Träume. In Teil 3 sitzen Peymann und Beil auf der Sulzwiese, essen Riesenschnitzel und trinken Gumpoldskirchner. Zwei ewige, unbeirrbare Theaternarren, die über ihre Theaterträume (und nächtlichen Alpträume) fabulieren. Da gesellt sich beim Publikum ein wenig Nostalgie zum Amüsement. Am Ende herzlicher Applaus, Bravos.

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