HAPPY-GO-LUCKY

Kinotipp

HAPPY-GO-LUCKY

Regisseur Mike Leigh bleibt seinem Cosmos treu, nur diesmal fehlt jede Schwere – keine Depression in Sicht. Stattdessen Farbe, Bewegung und akzentuierte Dialoge. Der Film gleicht einem Musical – nur ohne Gesang. Er beschwingt und mit ihm seine Hauptdarstellerin Sally Hawkins.

Poppys Welt ist bunt
Sie ist stets bester Laune, zu allen Menschen freundlich und bewegt sich tänzelnd, singend und fröhlich winkend durch ihr glückliches Leben. Poppy liebt Trampolin springen, Fahrrad fahren, Kinderbücher lesen und das Herumalbern mit ihren Freundinnen. Wer jetzt annimmt, es handle sich bei Poppy um eine sechsjährige Elevin mit ausgeprägt sonnigem Gemüt, der liegt etwas daneben. Pauline, von allen nur Poppy genannt, arbeitet als Grundschullehrerin im Norden Londons und ist das, was man eine wahre Frohnatur nennt: stets gut gelaunt, offenherzig, hilfsbereit und ihren Mitmenschen gegenüber unvoreingenommen. Kurzum: Poppy muss man einfach gern haben.

Mit der großen Liebe hat es allerdings noch nicht so richtig geklappt – ist aber auch halb so wild. Schließlich hat Poppy ja ihre Mitbewohnerin Zoe, ihre Schwester Suzy und noch einen ganzen Haufen bester Freundinnen, mit denen sie um die Häuser ziehen kann. Poppys unbeschwerte Art löst in ihrer oft etwas missgelaunten Umwelt allerdings auch Befremden und Erstaunen aus. Manche halten sie für ein wenig schlicht, einige sogar für verrückt. Auf jeden Fall aber führt Poppys Dauerflirt mit dem Leben zu den absurdesten Situationen, deren Komik nicht selten in anarchischer Auflösung gipfelt.

Charismatische Figuren
Hauptdarstellerin Sally Hawkins bringt als Grundschullehrerin Pauline, kurz Poppy genannt, mit ihrer gnadenlos guten Laune auch die verstocktesten Verhältnisse zum Tanzen. Sie ist von so ansteckendem Optimismus und Glauben an das Gute im Menschen geprägt, dass jede Begegnung in ihrem Alltag, durch den wir sie begleiten, zum Fest wird. Eddie Marsan stellt im Film das misanthropische Gegenstück zu Poppy dar. Er spielt Scott, den psychotisch-cholerischen Fahrlehrer und sorgt für die furiosesten Wutausbrüche der Filmgeschichte. Schließlich erliegt aber auch er Poppys unwiderstehlichem Charme. Schreiend-komisch ist auch Karina Fernandez als Flamenco-Lehrerin Rosita, die der ungelenken Britin den Takt beibringt. So stürmisch und laut der Film beginnt, so sehr kehrt am Ende Ruhe ein, denn Poppy ist eins mit sich: sie hat die Liebe gefunden.

Auszeichnung
Auf der diesjährigen Berlinale war HAPPY-GO-LUCKY der heiterste und bunteste Wettbewerbsbeitrag des von überwiegend schwergewichtigen Werken geprägten Festivals und wurde sowohl vom Publikum als auch von der Kritik mit Lachsalven und Szenenapplaus gefeiert. Sally Hawkins eroberte die Herzen im Sturm und wurde für ihre Rolle als Vitalitätskreisel Poppy mit dem Silbernen Bären als beste Darstellerin ausgezeichnet.

www.happy-go-lucky-derfilm.de

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