Harnoncourt dirigiert Händel

Barocker Prunk

Harnoncourt dirigiert Händel

Am kommenden Wochenende beglückt Nikolaus Harnoncourt Musikliebhaber aus aller Welt im Wiener Musikverein: In zwei ausverkauften Konzerten musiziert der Grammy-dekorierte Erfinder und Großmeister des Originalklangs mit seinem fabelhaften Concentus Musicus Händels Oratorium Saul.

Melodik
„Ich schätze Händels bewegende Melodik“, sagt Harnoncourt. „Als junger Musiker habe ich jedes langsame Händel-Stück, auch Arien, auf dem Cello gespielt. Diese Melodien gehen unter die Haut. Das sind Inseln der Innigkeit inmitten des orchestralen barocken Prunks, den er auch vollendet beherrscht.“

Dramatik
Und der Maestrissimo weiter: „Der Händel der langsamen Sätze war mir immer der liebste. Da bin ich das Cello spielende Kind geblieben. Später hat mich auch anderes fasziniert, seine unbändige Dramatik zum Beispiel.“

Der 1739 in London uraufgeführte Saul, der auf den alttestamentarischen Büchern Samuel basiert, steht in seiner mitreißenden Dramatik den Opern des Caro Sassone nahe. Weltberühmt ist der Totenmarsch aus dem 3. Akt, der bei den Begräbnissen von Churchill, Washington und Lincoln gespielt wurde.

E. Hirschmann-Altzinger

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