Hunderte Demonstranten bei Autorenstreik

Hollywood

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Hunderte Demonstranten bei Autorenstreik

Viele hatten ihre Hunde dabei. Ein Labrador-Mischling trug ein Shirt mit der Aufschrift "Tantiemen für Wiederholungen bezahlen meine Gesundheitsversorgung mit". Die Autoren fordern mit ihrem ersten Streik seit 19 Jahren eine höhere Beteiligung an den Erlösen der Produktionsfirmen im Internet und mit DVD-Publikationen.

Verhandlungen festgefahren
Eine Fortsetzung der festgefahrenen Verhandlungen war auch am Freitag nicht in Sicht. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger erklärte, er habe beide Seiten aufgefordert, zu einer Einigung zu kommen. Weder die Studiobosse noch die Gewerkschaftsführer oder die streikenden Autoren hätten unter dem Ausstand zu leiden, sondern diejenigen, die deswegen hinter den Kulissen in den Studios ihrer Arbeit nicht nachgehen könnten, sagte Schwarzenegger. Der letzte Streik der Autoren 1988 dauerte 22 Wochen und kostete die Unterhaltungsindustrie 500 Millionen Dollar.

"Desperate Houswives" betroffen
Betroffen ist auch der Serienhit "Desperate Housewives". Die Dreharbeiten werden am Mittwoch eingestellt, nachdem es keine aktuellen Drehbücher mehr gibt, wie Produzentin Alexandra Cunningham erklärte. Mit den Folgen, die bereits gedreht sind, werde man in den USA nicht einmal bis Weihnachten kommen.

Wiederholungen ausgestrahlt
Ferner betroffen sind sechs Comedy-Serien, die vor einem Live-Publikum gedreht werden sowie die neuen Ausgaben von Sendungen wie der "Late Show with David Letterman" oder der "Tonight Show with Jay Leno". Stattdessen sollen nun Wiederholungen ausgestrahlt werden.

Eva Longoria verteilte Pizza
"Desperate Housewives"-Star Eva Eva Longoria verteilte am Dienstag Pizza an die Streikposten, die zum Drehort gezogen waren, und erklärte, sie unterstütze die Autoren. Sie mache sich aber auch Gedanken um die Crew wie ihre Friseuse und Visagistin, die jetzt nicht wüssten, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollten.

Mehr Geld für Rechte
Die Drehbuchautoren fordern mit ihrem ersten Streik seit 19 Jahren eine höhere Beteiligung an den Erlösen der Produktionsfirmen im Internet und mit DVD-Publikationen. Von einer DVD, die im Geschäft etwa 20 Dollar (14 Euro) kostet, erhalten die Autoren derzeit drei Cent. Die Verhandlungen zwischen der Writers Guild of America und der Alliance of Motion Picture and Television Producers wurden am Sonntag abgebrochen. Neue Verhandlungen wurden zunächst nicht angesetzt. Der Konflikt wird auch von Schauspielern und Regisseuren aufmerksam beobachtet: Ihre Abschlüsse richten sich in der Regel nach den Vereinbarungen für die Autoren.

Hillary Clinton unterstützt Streiks
Unterstützung bekamen die Streikenden auch von den beiden demokratischen Präsidentschaftsbewerbern Barack Obama und Hillary Clinton.

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Arbeitskämpfe bringen derzeit eine Bastion der amerikanischen Kulturindustrie nach der anderen ins Wanken. Nach den Hollywood-Drehbuchautoren sind nun auch die Bühnenarbeiter am New Yorker Broadway wegen eines Tarifstreits in den Streik getreten. Somit gingen am Samstag an der berühmtesten Theatermeile der Welt die Lichter aus, berichtete die "New York Times".

Musical-Matinee betroffen
Die Matinee des Musicals "Dr. Seuss' How the Grinch Stole Christmas!" am Samstagvormittag war als erste Produktion von dem Arbeitskampf betroffen. Zwei Dutzend Shows könnten damit in den nächsten Tagen oder Wochen ausfallen. Der Disput dreht sich vor allem um eine von den Produzenten geplante Lockerung der Arbeitsschutzvorschriften. Am Donnerstag hatte die Muttergewerkschaft der New Yorker Bühnenarbeiter grünes Licht für den Arbeitskampf gegeben.

Bühnenarbeiter
Die Theaterproduzenten verlangen das Recht, selbst über die Zahl der für ihre Show nötigen Bühnenarbeiter zu entscheiden. Bisher gibt es dafür feste Vorgaben. Nach Ansicht der Gewerkschaft bieten die Theater keinen ausreichenden Ausgleich für die Lockerung der Vorschriften. Die bisherigen Arbeitsverträge sind bereits Ende Juli ausgelaufen. Die seit Monaten andauernden zähen Verhandlungen wurden kürzlich erfolglos abgebrochen.

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