John Malkovich als Killer

In Wien

John Malkovich als Killer

ÖSTERREICH: Worum geht’s im Stück?
John Malkovich: Auf der Bühne bin ich Jack Unterweger, der auf einer Tour Promotion für sein Buch über sein Leben macht. Auf Englisch, mit grammatikalischen Fehlern und deutschem Akzent.

ÖSTERREICH: Stimmt es, dass Sie in den Neunzigern einen Film über Jack Unterweger planten?
Malkovich: Ja. Ich hatte ihn bei TV-Auftritten gesehen, und obwohl ich seine Sprache nicht verstand, war mit völlig klar, dass er lügt. Ich fand es faszinierend, dass ihm etliche Leute seine Lügen glaubten. Es ist ein interessanter Stoff, herauszufinden, warum ein Mann wie Unterweger tat, was er tat.

ÖSTERREICH: Wieso hatte Unterweger eine starke Anziehungskraft auf Frauen?
Malkovich: Männer wie er wirken oft sehr charmant und attraktiv. Es gibt Frauen mit Helfersyndrom, die hoffen, sie könnten diesen Menschen verändern. Ein bestimmter Frauentyp liebt auch die Gefahr – so, wie es Leute gibt, die sich in einem Kriegsgebiet besonders lebendig fühlen.

ÖSTERREICH: Sie spielen häufig Theater. Was ist der Unterschied zum Film?
Malkovich: Theater ist lebendig – der Film nicht, auch wenn er versucht, lebendig zu wirken. Im Theater baut man die Spannung vom Beginn bis zum Schluss auf. Ein Film ist in kleine Bissen zerstückelt, die oft nur wenige Sekunden dauern.

ÖSTERREICH: Was empfanden Sie, als man Ihnen den Film Being John Malkovich vorschlug?
Malkovich: Nichts Besonderes. Ich fand die Story sehr witzig und extrem gut geschrieben. John Malkovich zu sein, ist aber etwas anderes als Being John Malkovich. Es ist ein guter Film, zu dem ich keine sehr enge Beziehung habe.

ÖSTERREICH: Was würde Jack Unterweger zur Aufführung im Ronacher sagen?
Malkovich: Ich glaube, er wäre sehr glücklich dar­über. Das würde seinem Narzissmus schmeicheln.

ÖSTERREICH: Sind Sie selbst ein eitler Mensch?
Malkovich: Nicht mehr als die meisten. Es macht mich zum Beispiel verlegen, wenn ich in Cannes über den roten Teppich gehen muss. In dieser Hinsicht bin ich eher scheu.

The Infernal Comedy, Ronacher, Wien, 1. bis 5. Juli. Tickets: 01/588 85.

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