Kabarettist Vitásek macht sich einen Jux

Volkstheater Wien

© Lola Jodlbauer/ Vitasek

Kabarettist Vitásek macht sich einen Jux

Soll es wirklich Zufall sein, dass Weinberls Auftritt jenem von Qualtingers Herr Karl ähnelt?

Bühne
Andreas Vitásek, der ab Freitag Nestroys berühmten Kleinkrämer in Einen Jux will er sich machen am Volkstheater spielt, glaubt das nicht: „Beide sprechen am Anfang mit ihren Lehrbuben – das ist eine schöne Spur. Mein Weinberl ist demnach wie der Herr Karl eine ganz typisch österreichische Seele, einer, der sich anpasst, durchlaviert, immer ein bisschen Glück hat und der nie schuld ist. In unserer Inszenierung ist er nicht der nette Held. Ich gestalte ihn böser, grantiger und brüchiger – weit weg vom Meinrad-Biedermeier-Klischee.“

Zuckerguss
Ob es ein Risiko ist, den Jux entgegen den Publikumsgewohnheiten zu inszenieren? Er glaube nicht, so Vitásek zu ÖSTERREICH, „dass die Zuschauer heute noch den Zuckerguss von früher sehen wollen.“ Der Spaß an den Verwirrungen und Verwechslungen bleibe Nestroys bekanntem Stück auch in der Inszenierung von Michael Schottenberg erhalten, „die Figuren sind aber alle ein bißchen schräger“.

Goldgrube
Obwohl Vitásek den Jux als Goldgrube bezeichnet, hat er Kleinigkeiten verändert: „Wenn man gewohnt ist, eigene Texte zu schreiben, kann man nicht den Schalter umlegen und etwas aufsagen, sondern muss so tun, als ob man es selbst erfunden hätte.“ Der Kabarettist gibt aber zu: „Man landet doch wieder bei Nestroy, besser als er kann man nicht sein.“

In den Couplets wird das Publikum aber reinen Vitásek hören: „Natürlich werde ich darin auf Tagespolitisches reagieren, das erwartet man von mir.“

Kabarett
Auf der Kleinkunstbühne war Vitásek zuletzt in My Generation zu sehen, einem Programm, das ihm nicht nur einen Publikums­ansturm einbrachte, sondern auch den österreichischen Kabarettpreis, den er nächste Woche verliehen bekommt. Zudem hat er vor Kurzem sechs DVDs zum 25-jährigen Bühnenjubiläum herausgebracht.

"Einen Jux will er sich machen": Ab Freitag, 9. November 2007. Volkstheater, 19.30 Uhr, Tel.: 01/52 111-400

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