21. Juni 2010 22:44
© Johannes Kernmayer/TZ ÖSTERREICH
Kann sie damit endgültig alle Unklarheiten beseitigen?
Natascha Kampusch, Entführungsopfer des spektakulärsten Kriminalfalls der
Zweiten Republik, arbeitet gerade in ihrer Wiener Wohnung an einer
Autobiografie. Das 220 Seiten starke Buch über ihr Leben im Verlies und die
Zeit nach der Flucht soll am 8. September im deutschen List Verlag
erscheinen. Im Online-Buchshop Amazon kann das Kampusch-Buch, das den Titel
„3096 Tage“ trägt, bereits um 19,95 Euro vorbestellt werden.
Natascha schildert die Zeit im Verlies und ihre Flucht
Nataschas
Sprecher Wolfgang Brunner bestätigt gegenüber ÖSTERREICH: „Es stimmt, Frau
Kampusch arbeitet gerade an ihrer Autobiografie. Das ist im Moment auch ihr
Hauptaugenmerk – noch vor dem Filmprojekt, das im Jahr 2012 in die Kinos
kommen soll.“
Kampusch wird in ihrem Buch akribisch genau ihre Eindrücke von der
Entführung bis zum letzten Tag ihres Martyriums und ihrer Flucht schildern.
Sie wird sich noch einmal an den 2. März 1998 erinnern – den Tag, an dem der
Horror begann.
Natascha wird erzählen, wie sie zum ersten Mal ihren Entführer Wolfgang
Priklopil erlebt hat und sich langsam an den qualvollen Alltag im dunklen
Verlies im niederösterreichischen Strasshof gewöhnen musste. Wie sie sich
oft in den Schlaf weinte, ohne Tageslicht auskommen musste und ihre
Beziehung zu Entführer Priklopil mit der Zeit eine neue Dimension erreichte.
Endgültig wird Natascha mit diesem Buch wohl auch Spekulationen ausräumen,
ob Priklopil Einzeltäter gewesen ist oder doch Mithelfer hatte. Wie
berichtet, hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Priklopils
besten Freund Ernst H. eingestellt.
Drehbuchautor Reichard: „Werde es sicher lesen“
Sehr
wahrscheinlich: Die Kampusch-Biografie könnte auch als Grundlage für den
Film von Bernd Eichinger (siehe Story rechts) dienen. Journalist und
Dokumentarfilmer Peter Reichard zu ÖSTERREICH: „Ich gratuliere Frau Kampusch
zu diesem Titel, der zeigt am besten, welch lange Qual sie durchmachen
musste. Ich werde das Buch sicher lesen und erwarte es mit Spannung. Sollte
es in der Autobiografie Teile geben, die sie mir beim Dreh meiner
gleichnamigen TV-Dokumentation nicht verraten hat, werden wir das natürlich
in den Kampusch-Film einarbeiten.“