Kunst und Glamour in Cannes Kunst und Glamour in Cannes

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Kunst und Glamour in Cannes

Die Dame auf dem offiziellen Festival-Plakat von Cannes (14. bis 25. Mai) hat die Augen verhüllt, und das passte am Wochenende zur Atmosphäre vor Ort: Kurz bevor der Wahnsinn an der Côte d’Azur losbrach, glich Cannes noch einem verschlafenen Küstenstädtchen. Abends kurvten nur eine Handvoll Ferraris durch die Stadt, der rote Teppich hatte noch Urlaub, und das Wetter – wolkig, windig, feucht – war auch nicht in Festivallaune.

Die Preise aber wurden schon auf Festival-Niveau angehoben: Ein kleines Steak ist an der Croisette nicht unter 30 Euro zu haben, der „Demi“ Bier (0,25 Liter) kostet vier Euro.

Für die Herrschaften, die in den kommenden zehn Tagen auf dem roten Teppich gefeiert werden, sind solche Beträge natürlich Peanuts, aber sie werden kaum Gelegenheit haben, das Portemonnaie zu zücken.

Stars
Julianne Moore, Danny Glover und Regisseur Fernando Meireilles (beim Eröffnungsfilm Blindness). Woody Allen, Scarlett Johansson und ­Penelope Cruz (bei Woodys Vicky Cristina Barcelona). Harrison Ford, Steven Spielberg und George Lucas (bei Indiana Jones IV): Das sind nur einige der großen Stars, die in Cannes erwartet werden. Wie immer basiert das Geschäft auf Gegenseitigkeit: Die Megastars geben dem Festival Glamour und ziehen gleichzeitig Profit daraus, dass ihre neuen Filme weltweit in die Schlagzeilen kommen.

Palme
Blockbuster werden in Cannes ja gern außer Konkurrenz präsentiert, doch einige der größten Filmemacher setzen sich dem Kitzel aus, die Goldene Palme gewinnen oder auch durchfallen zu können.

Clint Eastwood etwa präsentiert als Regisseur den Thriller Changeling; Hauptdarstellerin Angelina Jolie steht auf der Cannes-Gästeliste. Steven Soderbergh stellt sein vierstündiges Projekt Che vor (mit Benicio del Toro als Guevara). Wim Wenders bietet in ­Palermo Shooting Dennis Hopper und Tote-Hosen-Sänger Campino auf.

Das Filmland Österreich, sonst in Cannes oft verwöhnt, trägt ausgerechnet im Oscar-Siegerjahr 2008 Trauer: Kein einziger heimischer Film hat den Sprung ins Festival geschafft.

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