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Kylie Minogues Glam-Zug überrollte Wien

Müde und angespannt - so präsentierte sich das Wiener Publikum gegen acht am Abend in der Stadthalle. Viel zu hell und zu nachmittäglich erschien der Zeitpunkt, an dem Glam-Kylie mit pinkfarbener Robe die Bühne betrat - mit dem Kopf noch viel zu sehr in Alltagspflichten verstrickt, war es für die bemühten Massen zunächst eine ziemliche Qual, die Leibhaftigkeit und Glamourösität des absoluten Weltstars zu verinnerlichen. Das Publikum kam zunächst nur spärlich in Schwung, zudem drückte die Leere der nicht wirklich ausverkauften Stadthalle sowohl Madame Minogue als auch den restlichen Besuchern etwas auf den Magen.

Kleiner Fauxpas zu Beginn
Ihren größten Welthit "Can't get you out of my head" verbratete sie leider viel zu früh. Vielleicht war es keine gute Idee, ihren absoluten Burner bereits als zweiten Song zu präsentieren. Doch Profi-Kylie schaffte schließlich den Turnaround. Abgesehen von ständig wechselnden wie unglaublich schönen Gaultier-Kostümen und einer Bombast-Bühnenshow á la Cirque de Soleil, schaffte es gerade die rockige Abwandlung des Minimal-Hits "Slow" plötzlich, das Publikum munter werden zu lassen und sich wirklich auf die Kraft und die Intensität ihrer Aura einzustellen. Die grelle visuelle Optik sowie die Aneinanderreihung etlicher Themen auf der Leinwand geriet zur Leuchtorgie.

X
Sicherlich, ihr letztes Album "X" wird nicht unbedingt in die Erfolgsgeschichte ihrer Karriere eingehen, denn der ambient-lastige Player erwies sich nicht gerade als massentauglicher Hit. Der Ritt auf dem goldenen Totenkopf zu dem Elektro-Song "Like a drug" brachte schließlich das Fass zum Überlaufen: Kylie bewegte sich eines Weltstars gerecht auf der Bühne. Lasziv und pompös, erhaben und ideell, dennoch bewies sie Profitum. Schließlich merkte sie, dass das Wiener Publikum nicht unbedingt zu den ärgsten Stimmungskanonen zählen würde, deshalb musste sie sich besonders anstrengen, um der lahmen Stimmung einzuheizen, was ihr aber Dank etlich fantastisch interpretierter und stimmgewaltiger Songs wie "I believe in you" oder "Spinning around" letztlich gelang. Den Abschluss des zweieinhalbstündigen Konzerts bildete "Love at first sight" sowie die neue Single "All I see". Lahmer Konzertbeginn, frenetischer Applaus und zahlreiche verschwitze wie glückliche Fans zum Schluss. Hut ab vor dem Spagat.

Kurzer Aufenthalt in Wien
YUSPA 1227 LKPR - die Anzeigentafel am Wiener Privatflughafen las sich wie ein James Bond-artiger Geheimcode und verhieß mindestens genauso Bedeutungsvolles. Gestern um 14.27 Uhr kam Kylie Minogue (39) mit ihrem Privatflieger, einer Cessna 560 XLS Citation Excel (Kennzeichen YU-SPA), aus Prag kommend in Wien an. 24 Stunden später als geplant („Prag war so toll, dass ich noch einen Tag angehängt habe“), aber dennoch gerade noch rechtzeitig zum Soundcheck für ihr Wien-Konzert. Bei ihrer Ankunft in Schwechat wurde die Pop-Prinzessin völlig abgeschirmt. Mit einem Flughafen-Bus wurde sie direkt vom Jet abgeholt um dann, nachdem sie mit ihrem Nokia N95 Handy das Flughafengebäude abfotografiert (!) hatte, in einem hermetisch abgesperrten Bereich in ihren blickdicht verdunkelten Mini-Van (Kennzeichen: DN-HH 8326) umzusteigen - das alles wegen einem Fotografen und gerade mal zwei Fans. Lächerlich!

In der Stadthalle zog sich Kylie erstmal für eine Stunde in ihre Garderobe mit drei weißen Couchen, weißen Vorhängen, Blumen-Arrangements und WLan-Anschluss zurück . Nach einem kurzen Soundcheck aß sie Sushi und Hühnerfleisch. Gleich nach dem Konzert, bei dem nur 6.000 Fans zuhörten, raste sie wieder zum Flughafen - Abflug nach Budapest.


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