Marilyn Manson rotzte ins Publikum

Körpersäfte

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Marilyn Manson rotzte ins Publikum

Vom berüchtigten Schockrocker war wenig zu sehen, als am Montagabend, 8. Juni, der US-Musiker Marilyn Manson erstmals in seiner Geschichte die Tiroler Fans beehrte. Ob es am "Heiligen Land" gelegen hatte, wie Tirol manchmal in ironischer Weise bezeichnet wird, oder an der doch eher mäßigen Euphorie der rund 3.000 Zuschauer? Als eher frommes Lamm zog das einstige Enfant terrible die Zuschauer in den Bann und präsentierte sein neues Album "The High End Of Low" auf eine divenhafte Art und Weise.
Schnäutzte ins Publikum
Nach 45-minütiger Wartezeit war es für die zu diesem Anlass in entsprechenden Outfits, wie schwarzen Zwangsjacken, Netzstrümpfen und schwarzen Mänteln erschienenen Fans soweit. Der schwarze Vorhang fiel und aus dem Nebel stimmte der 40-Jährige die erste Nummer des im Mai erschienen Albums, "Devour", an. Schon bald machte Manson seinen Fans klar, dass sie dankbar über das erste eigentliche Marilyn Manson-Konzert sein müssten: "Say thank you, Motherfucker!" Seinen Dank über den Besuch bekundete er, indem er sich ins Publikum schnäuzte.
Verteilte Mikros in der Menge
Aber nicht nur seine Körpersäfte verteilte der Musiker, der im bürgerlichen Namen Brian Hugh Warner heißt, in der Menschenmenge. Mehrere seiner Mikrofone fanden den Weg in die ihn anhimmelnde Masse und auch das Handy eines Zuschauers verschwand spurlos in der Menge. Ob Show oder gekonnte Inszenierung: Nach jedem Lied waren Mansons "Schweißabtrockner" zur Stelle, ebenso wie ein Sauerstoffflaschenträger, an deren Maske der Musiker in den Pausen hing.
Keine zweite Zugabe
Während seines 75 Minuten-Auftritts präsentierte der US-Rocker Songs seines neuen Albums, wie "Blank and White" oder "We're from America" - einmal mehr, einmal weniger mit zusätzlichen Specials. Aber auch bekannte Nummern, wie "Sweet Dreams" oder "Beautiful People" durften nicht fehlen. Nach letzterem verabschiedete sich Manson - und fand nach einigen zaghaften Zugaben-Rufen noch einmal zurück auf die Bühne. Mit einem messerförmigen Mikrofon gab er das melancholisch-gewalttätige Liebeslied "If I Was Your Vampire" zum Besten. Das Publikum war begeistert, für eine zweite Zugabe war es dennoch zu wenig.
"Nicht so spektakulär, wie erwartet"
Die Zeiten der Bibelverbrennung und der masochistischen Einlagen waren allerdings vorbei. Die Show war "nicht so spektakulär, wie erwartet, es war eher eine Lichtershow", meinte auch die Veranstaltungsagentur im Nachhinein. Dennoch, das Publikum zeigte sich zufrieden: "Es hat sich gelohnt, der Sound war gut." Für Pressefotografen war bereits im Voraus kein Zutritt zum Konzert. "No Foto", hatte es vonseiten des Managements geheißen.

Für Tirol war das Konzert in der Innsbrucker Olympiahalle das erste des "Schockrockers". Für einen österreichischen Zweitbesuch wird Marilyn Manson in Linz sorgen, wo er mit seiner Band am 24. Juni in der Intersport Arena gastiert.

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Marilyn Manson: "The High End Of Low"

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