Marilyn Monroes letzte Worte

Private Notizen

© AP Photo/Brooklyn Museum of Art, Bert Stern

Marilyn Monroes letzte Worte

Marilyn Monroe gilt als Sexsymbol eines Jahrhunderts. Private Notizen zeugen von einem extrem zerbrechlichen, kritischen Wesen.

Frankfurt
Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse präsentiert die Marilyn-Monroe-Erbin Anna Strasberg die unbekannten, jahrzehntelang unter Verschluss gebliebenen Notizen, Briefe und Gedichte des 1962 verstorbenen Hollywood-Stars.

Das Buch Marilyn Monroe – Tapfer lieben gibt Einblick aus zwei Lebensjahrzehnten von 1943, als Monroe noch Norma Jeane Dou­gherty hieß, bis zu ihrem Tod im Jahr 1962. Strasberg, die Witwe des Schauspiellehrers und engsten Vertrauten Marilyns, Lee Strasberg, hatte die Aufzeichnungen in einem Karton im Zimmer ihrer Söhne gefunden.

"Warum fühle ich mich weniger wert als andere?"
In ihren privaten Aufzeichnungen, die nie zur Veröffentlichung gedacht waren, findet sich ein innerer Albtraum in Form von Versuchen eines Menschen, mit dem Ruhm, der Einsamkeit, der Verzweiflung zurechtzukommen. "Ihre Gedichte zeugen vom Hadern mit ihren Ängsten, vom Zerbrechen an den eigenen und den fremden Erwartungen, vom Abdriften in die Grenzgebiete der Psyche und von dem Drang, sich selbst zu verstehen und den, den man liebt“, wie der Spiegel urteilt. Immer wieder kommen ihre Selbstzweifel, ihre Komplexe zum Ausdruck.

Einmal schreibt Marilyn in ihrer kaum lesbaren, fahrigen Schrift: "Warum fühle ich mich als Mensch we­niger wert als andere?" Mit 30 Jahren bekommt Marilyn Angst vor dem Altern. Sie schreibt: "Es ist nicht umsonst, dass die alte Frau sich versteckt vor ihrem Spiegel."

Nach ihrer Scheidung von Autor Arthur Miller im Jahr 1961 dürfte Marilyn diese Zeilen geschrieben haben, die vom nahen Tod künden: "Verdammt, ich wünsche, ich wäre tot – gar nicht vorhanden – fort von hier – von überall, nur wie …?"

Gestorben ist Monroe mit 36 Jahren an akuter Medikamentenvergiftung. Warum, bleibt ein Rätsel.

Einige Auszüge aus ihrer privaten Notizsammlung:

Ihr Schauspiellehrer schreibt:
"Nicht nervös werden, Marilyn, Sie machen das großartig und ­sehen toll aus – L.“

Undatierte Notiz:
Es ist mehr eine Entschlossenheit, mich nicht unterkriegen zu lassen.
Zur Arbeit
Die Wahrheit kann nur erinnert werden, nie erfunden.


Das Monroe-Gedicht "Hilfe" (Help)
Hilfe, hilfe
Hilfe.
Das Leben rückt näher
und ich will
nur sterben.
Schrei –
In Luft fingst du an, du endest in Luft
nur wo war das dazwischen?

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