Opernkritik

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"Maskenball" an der Wiener Staatsoper

Der Opernabend beginnt mit einer Panne: Vom zweiten Zwischenvorhang poltert, als man ihn hochzieht, eine größere Holzleiste auf die Bühne, trifft glücklicherweise niemand, kennzeichnet jedoch den Zustand dieser Produktion.

Oper
Man glaubt, die Inszenierung von Verdis Maskenball (Gianfranco de Bosio) müsse hundert Jahre alt sein. Sie stammt jedoch aus der Ära Drese, aus dem Jahr 1986. Kostüme, Perücken, Requisiten wären auf einem Flohmarkt kaum verkäuflich.

Auf der Bühne ein neuer Tenor, Massimiliano Pisapia. Ein Gast mit flacher, jedem sinnlichen Legato abgeneigter Mittellage, jedoch mit ein paar kräftigen, guten Spitzentönen. Dazu Hui He aus Shanghai, an der Volksoper eine ausgezeichnete Butterfly, hier eine stimmlich kraftvolle Amelia. Lado Atanelli protzt mit seinem Bariton als René; Nadia Krasteva brauchte etwas mehr Nachdruck für die Ulrica. Einzig Ileana Tonca (Oscar) läßt kaum einen Wunsch offen. Dirigent Michael Halasz ist nicht bereit, den rhythmischen Ungenauigkeiten der Sänger nachzugeben. Das tut Verdi gut, weil er zumindest im Orchester Fasson bewahrt und Drive erhält.

Entsorgt
Nach zwei Akten hatte ich vom Rampentheater genug. Ich hoffe, im Finale brach die Dekoration nicht vollends zusammen. Aber dann wäre sie entsorgt.

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