Appell

© Paul Buck

"Masterplan" für den österreichischen Film

Zu Gast bei "Willkommen Österreich" (Donnerstag, 06. März, 22.55 Uhr) ist niemand Geringerer als Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky. Er verrät, wer sich bei der Oscar-Verleihung danebenbenommen hat. Österreich konnte heuer zum ersten Mal den Oscar für den besten ausländischen Film einheimsen.

Stefan Ruzowitzky, Regisseur des preisgekrönten Films "Die Fälscher", ist erst vor wenigen Tagen aus Los Angeles zurückgekehrt und zu Gast bei Stermann und Grissemann. Sie versuchen zu erfahren, welche Stars sich auf der Oscar-Verleihung danebenbenommen haben.

Ruzowitzky hat ihn (fast) immer dabei
Stolz zeigt Stefan Ruzowitzky seinen Oscar her, wenn man ihn danach fragt. Kramt ihn aus seiner Aktentasche, „weil ich dafür noch nicht den geeigneten Platz gefunden habe. Also habe ich ihn fast immer dabei“.

Seit dem Oscar erlebt Die Fälscher einen Boom. Allein vergangene Woche 13.000 Zuschauer in Österreich und in den USA der höchste Kopien-Besucherschnitt aller derzeit laufenden Filme. „Man sieht, welchen Turboschub so ein Oscar bewirken kann“, freut sich Fälscher-Produzent Josef Aichholzer, der aus gebotenem Anlass an die Politik appelliert: „Wir brauchen eine Zielvorgabe, was Filmkultur in Österreich eigentlich ist“.

Druck. Ruzowitzky: „Bisher gab es seitens der Politik viele Lippenbekenntnisse, was die Erhöhung der Filmförderung betrifft. Dank des Oscars steigt nun endlich der öffentliche und der mediale Druck auf die Verantwortlichen. Wir brauchen Sofortmaßnahmen!“

"Masterplan"
Aichholzer und Markovics fordern einen „Masterplan“ für den heimischen Film. „Die Erfolge dürfen sich nicht auf einzelne Filme beschränken. Es braucht ein Gesamtkonzept“, so Markovics. Als wichtigste Schritte wünscht sich Aichholzer nicht nur eine bessere Nachwuchsförderung („Die zuständige Abteilung im Ministerium wurde auf zwei Mitarbeiter reduziert!“), sondern auch die oft diskutierte Content-Abgabe, die etwa auf Kinotickets eingehoben werden und direkt dem Filmschaffen zugute kommen könnte.

Karriere. Markovics und Ruzowitzky wollen indes nicht unbedingt ins Ausland abwandern. Ruzowitzky: „In Hollywood schreibt jeder zweite Einwohner das Wort Produzent auf seine Visitkarte. Man muss aufpassen: Nicht alles ist Gold, was glänzt“. Außer der Oscar natürlich.

„Man darf der Oscar-Euphorie nicht verfallen. In Hollywood gab es einen Produzenten, der mich schon als Bösewicht besetzen wollte. Nein danke! Ich bleibe meinen Prinzipien treu“, sagt Markovics, und hat noch eine Anekdote parat: „Nach dem Oscar lud uns Gouverneur Schwarzenegger in sein Büro ein, um zu gratulieren. Er sagte: "So kommt auf diesem Wege wenigstens einmal ein Oscar in mein Büro“.

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