Michael Heltau: Eine Ahnung von Abschied

Burgtheater

Michael Heltau: Eine Ahnung von Abschied

In der Unterhaltungsbranche ist er seit vierzig Jahren der Größte. Das Publikum jubelt, wenn er auftritt, und huldigt ihm mit Ovationen, wenn er wieder abgeht. Michael Heltau, Menschengestalter von Weltformat, Kammerschauspieler, Ehrenmitglied & Doyen des Burgtheaters und Entertainer auf höchstem Niveau, hat im Nationaltheater seinen 34. Soloabend präsentiert.

Einen blauen Ballon möcht ich haben heißt das Programm, Peter Altenbergs Prosaskizze Im Volksgarten entlehnt, in dem Heltau Chansons von Jacques Brel (Mein allerletztes Glas) und Charles Trenet (Was bleibt, ist bloß Erinnerung) mit melancholischen Wienerliedern (Ich weiß auf der Wieden ein kleines Hotel; Herr Doktor, erinnern Sie sich noch ans Zwölferjahr?) verknüpft.

Traurig

Poetisch ist der Abend und traurig. Das Thema ist die Vergänglichkeit, über allem schwebt der Flügelschlag des Abschieds. Heltau ist 84, obwohl man ihm das nicht ansieht. Dynamisch kommt er auf die leere Riesenbühne, erstmals leger in Jeans, mit blauem Hut und Turnschuhen. Es gibt keine Dekoration, nur buntes Licht und seine fünfköpfige Band, die Wiener Theatermusiker. „Alter bedeutet nichts“, sagt er. Hoffentlich stimmt das. Bei Brels Besen („Net nur der Papa vom Varieté“) und beim Karussell („Wenn sich alles dreht“) nimmt die Begeisterung des Publikums orkanartige Ausmaße an.

E. Hirschmann

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