Mörderisches Opern-Finale

Theater an der Wien

Mörderisches Opern-Finale

KRITIK. Dass das Libretto der Perlenfischer blöd ist, wussten die Textdichter Cormon und Carré selbst. Trotzdem hat der 25-jährige Georges Bizet wunderbare Musik geschrieben. Die in Ceylon spielende Geschichte von den Freunden Nadir und Zurga, die in die Tempelpriesterin Leila verliebt sind, hat die junge Holländerin Lotte de Beer dazu inspiriert, das Stück als TV-Reality-Show im Dschungelcamp zu inszenieren. Regisseur, Moderator und Kameramänner besiedeln die Bühne, im Hintergrund sitzen die Choristen vor dem Fernseher und stimmen über Tod und Leben der Kombattanten ab.

Hinrichtung. Diana Damrau ist eine strahlende Leila. Dmitry Korchak beeindruckt als stimmschöner Jäger Nadir. Wunderbar gelingt mit Nathan Gunn als Fischer Zurga das berühmte Freundschaftsduett. Jean-Christophe Spinosi musiziert mit dem RSO Wien Bizets geniale Partitur exakt und ruppig, fernab von spätromantischer Klangfülle. Nach der Flucht des Liebespaares wird Zurga im Finale von den TV-Zuschauern hingerichtet.

E. Hirschmann-Altzinger

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