Mozarteum-Orchester sägt an Philharmoniker-Stuhl

Salzburg gegen Wien

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Mozarteum-Orchester sägt an Philharmoniker-Stuhl

Auch im nächsten Sommer wird das Salzburger Mozarteum-Orchester bei einer Opernproduktion mitwirken und wieder (wie schon heuer bei "Romeo et Juliette") in der Felsenreitschule. Es übernimmt den Orchesterpart bei der Wiederaufnahme von Joseph Haydns Oper "Armida" (mit Annette Dasch in der Titelrolle).

Erste Wahl
"Natürlich wollen wir den Philharmonikern nicht den Rang streitig machen", sagt Orchesterdirektor Stefan Rosu, "aber wir streben danach, erste Wahl zu sein." Heuer hat das Mozarteum-Orchester bei der Gounod-Oper dank der fabelhaft animierenden Leitung des Kanadiers Yannick Nézet-Séguin tatsächlich eine exzellente Leistung geboten, die auch von der internationalen Presse beachtet und gerühmt wurde.

Mehr Budget
Politiker sehen das nicht so differenziert. "Warum ein Wiener Orchester nehmen, wenn wir in Salzburg eines von Weltklasse haben?" fragt SPÖ-Landeshauptmann-Stellvertreter und Kulturreferent David Brenner. Was allerdings für die Salzburger Musiker erfreuliche Folgen hat: Stadt und Land erhöhen das Budget des Mozarteum-Orchesters nächstes Jahr um 4,5 Prozent und geben damit "ein klares Bekenntnis zu unserem Orchester".

Das Mozarteum-Orchester wird auch 2009, wie's zur Festspiel-Tradition gehört, außerdem die Mozart-Matineen spielen und soll für Jugend-Projekte zur Verfügung stehen.

Karl Löbls Kultur-Insider

"Warum ein Wiener Orchester nehmen?" fragt SPÖ-Mandatar David Brenner, und das klingt fast so, als wollte der Salzburger Landespolitiker die Wiener Philharmoniker nach Traiskirchen abschieben. Alle, denen die heuer exzellente Leistung des Mozarteumorchesters die Sicht zu verstellen droht, sollten jedoch bedenken: Zur Qualität, Unverwechselbarkeit und Attraktivität der Salzburger Festspiele gehören die Wiener Philharmoniker als Opernorchester. Das hat nicht nur seinen (recht hohen) Preis, sondern auch seinen Wert. Dass Salzburgs Politiker ihren Musikern das Budget erhöhen, müßte in Wien freilich zu denken geben.

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