Muliar - Stationen eines Lebens

Karriere

© Markus Kucera

Muliar - Stationen eines Lebens

Mit 16 Jahren beendete Fritz Muliar die Schule und begann ein Schauspielstudium am Konservatorium der Stadt Wien. Seine ersten kabarettistischen Auftritte erfolgten 1937 im „Lieben Augustin“, einer Wiener Kleinkunstbühne, später auch im „Simpl“, wo er allerdings, nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich 1938, nur noch harmlose Opernparodien und Bauernschwänke spielen konnte. Nebenher arbeitete er als Vertreter für Babykosmetik, um Geld für den Lebensunterhalt auch für seine Mutter zu verdienen, nachdem der Stiefvater im März 1938 vor den Nazis in die USA geflohen war.

Im April 1940 wurde Muliar zur Wehrmacht eingezogen. 1942 saß er sieben Monate wegen „Wehrkraftzersetzung“ und Betätigung zur Wiederherstellung eines freien Österreich in Einzelhaft. Er wurde sogar zum Tode verurteilt. Jedoch wurde das Urteil in eine fünfjährige Haftstrafe umgewandelt, die zur sogenannten "Frontbewährung" in einer Strafeinheit an der Ostfront ausgesetzt wurde. Das Kriegsende verbrachte er in englischer Kriegsgefangenschaft.

1946 fing er als Sprecher bei Radio Klagenfurt an, wo er seine spätere Frau Gretl Doering kennenlernte. Doering brachte ihren vierjährigen Sohn Heinz mit in die Ehe, aus der kurze Zeit nach der Hochzeit Sohn Hans entstammte. Muliar arbeitete als Schauspieler und Regisseur in Graz bei „Der Igel – das kleine Zeittheater“. Er wechselte an das Steirische Landestheater, wo er sogar ein Angebot als Theaterdirektor hätte annehmen können.

Stattdessen kehrte er 1949 zurück nach Wien ans Raimundtheater, wo er als Opernbuffo mit Größen wie Johannes Heesters und Marika Rökk auftrat, zeitweise aber auch als Conférencier im Nachtclub Moulin Rouge arbeitete. Von 1952 bis 1965 spielte er im „Simpl“ an der Seite von Karl Farkas und Ernst Waldbrunn, aber mit der Zeit auch an allen anderen bedeutenden Bühnen Wiens, so ab Mitte der 1970er Jahre auch am Wiener Burgtheater, ab 1994 wieder in der „Josefstadt“. In den Sommerpausen trat er regelmäßig bei den Salzburger Festspielen auf.

Vor der Kamera stand Muliar das erste Mal 1940, in dem Film „Herz ohne Heimat“ mit seiner damaligen Partnerin Friedl Hoffmann und dem seinerzeit noch eher unbekannten Curd Jürgens. Nach dem Krieg spielte er in mehr als 100 Fernsehfilmen und -serien mit.

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