Schriftsteller Werner Kofler gestorben

Nach schwerer Krankheit

Schriftsteller Werner Kofler gestorben

Der österreichische Schriftsteller Werner Kofler ist heute, Donnerstag, Vormittag, im Alter von 64 Jahren gestorben. Wie Koflers Tochter gegenüber der APA Informationen des ORF bestätigte, starb Kofler "nach langer, schwerer Krankheit im Kreis der Familie" in seinem Heim in Wien.

Als Erzähler, Lyriker, Hörspielautor und Dramatiker wurde der am 23. Juli 1947 in Villach geborene Autor vor allem durch seine Collage- und Montagetechniken bekannt. Zu den wichtigsten Themen seiner Werke - darunter "Örtliche Verhältnisse" aus 1973, "Herbst, Freiheit" aus 1994, das Theaterstück "Tanzcafe Treblinka" aus 2001 oder "Kalte Herberge" aus 2004 - zählt die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber Bürokratie und Arbeitswelt. Kofler erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, etwa das Arno-Schmidt-Stipendium und den Kärntner Landeskulturpreis.

IG Autoren: "Scharfzüngigster Kritiker Österreichs"
Die IG Autorinnen Autoren trauert mit Werner Kofler "um einen ihr viele Jahre verbundenen Autor". Geschäftsführer Gerhard Ruiss würdigte in einer Aussendung den "vermutlich scharfzüngigsten Kritiker der politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Verhältnisse, den es in Österreich in den letzten Jahrzehnten gab, unberechenbar in seiner Themenwahl, beißend in seinem Spott, direkt auf seine Ziele zu in seinen Äußerungen".

Koflers Texten und Formulierungen konnte man sich "nur stellen oder meinen, sie nicht zu Kenntnis nehmen zu müssen. Wer klug genug war, konnte es auch als Ehre auffassen, dass sich Werner Kofler mit einem auseinandersetzte. Mit Vorliebe zerlegte er das mit bedeutungsschwangerem Ernst Vorgebrachte solange in seine Einzelbestandteile bis nichts mehr als ein lächerliches Häufchen Bedeutungslosigkeit von ihm überblieb. Derselbe Werner Kofler, den man in persönlichen Begegnungen als eher trocken bis zurückhaltend erlebte."

Ministerin Schmied: "Unübertroffener Meister des literarischen Angriffs"
Als "unübertroffenen Meister des literarischen Angriffs" würdigte Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) den heute, Donnerstag, verstorbenen Schriftsteller Werner Kofler in einer Aussendung. Er sei "ein Dichter der Freiheit" gewesen, "ohne sich dabei auf politische Ideologien zu stützen. Er beschrieb die Moderne in ihren Fesseln und versuchte dabei stets stilistisch neue Wege zu gehen. Mit seiner unorthodoxen Literatur blieb er ein Außenseiter im literarischen Leben, der dennoch viel Beachtung fand. Seine Werke prägten in ihrer Sprache und Gedanken indirekt Generationen von Schriftstellern", so Schmied.

"Seine vollkommenen Prosastücke machen den Blick auf die politische und gesellschaftliche Wirklichkeit frei, sodass uns Lesern das Lachen im Hals stecken bleibt. Wir verlieren durch seinen Tod einen subtilen und dennoch drastischen Mahner", betonte die Ministerin.

Känrtner SPÖ-Chef Kaiser: "Großer zeitgenössischer Literat"

"Tief betroffen" reagierte der Kärntner SPÖ-Landesparteivorsitzender LHStv. Peter Kaiser auf die Meldung "vom viel zu frühen Tod des Kärntner Schriftstellers". Kofler "war ein großer zeitgenössischer Literat dessen kritischen Blick auf die Gesellschaft wir sehr vermissen werden", so Kaiser, dessen "ganzes Mitgefühl in dieser schweren Stunde Koflers Familie, Verwandten und engen Freunden" gilt.

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