Nacht-Kritik: Hanekes Mozart-Regie

Elisabeth Hirschmann-Altzinger

Nacht-Kritik: Hanekes Mozart-Regie

Michael Hanekes Madrider Inszenierung von Così fan tutte ist als Gastspiel bei den Wiener Festwochen zu erleben. Mozarts komische und erotische Oper um Liebeständeleien und Partnertausch spielt bei Haneke in der Gegenwart in einer renovierten Villa des 18. Jahrhunderts, wo der zynische Puppenspieler Don Alfonso und die freche Zofe Despina ein Housewarming-Rokoko-Kostümfest geben.

Ein hochrealistisches Psychodrama ohne einen Funken Humor hat der Oscar-Preisträger aus Mozarts leichtfüßigem Geniestreich gefertigt, die Liebestod-Tragödie tritt an die Stelle der Komödie, Arien der Selbstzerfleischung und klinisch durchchoreografierte Ensembles ersetzen Witz, Charme und Leichtigkeit.

Unter Sylvain Cambrelings schwerer und lauter musikalischer Leitung bestechen die fabelhaften jungen Sänger Anett Fritsch als Fiordiligi, Paola Gardina als Dorabella, Andreas Wolf als Guglielmo und Juan Francisco Gatell als Ferrando in perfekter Personenführung mit höchster Natürlichkeit.

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