Nackt-Comeback an der Oper

Sarkissova im Interview

© dapd

Nackt-Comeback an der Oper

Wegen Aktfotos flog sie aus der Wiener Staatsoper. Nachdem ÖSTERREICH darüber berichtet hatte, startete Direktor Dominique Meyer eine viel beachtete Rückholaktion. Seither ist die Ballerina Karina Sarkissova (27) Liebling der Wiener Society.

Doch das würde der ehrgeizigen Russin nicht genügen. Die 27-Jährige fieberte auf ein Comeback. Am Sonntag hat sie die Chance: in Jirí Kyliáns spektakulärem Ballett Bella Figura kann sie – spärlich bekleidet – gute Figur machen.

Neun Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich zur Musik von Pergolesi, Vivaldi, Torelli, Marcello und Lukas Foss. Allmählich gerät das Spiel um Sein und Schein außer Rand und Band, und die Männer und Frauen tanzen mit nackten Oberkörpern und roten Hosen. Mehr wirbelnde Figuren und erotische Ornamente als identifizierbare Individuen in Kyliáns fantastischer Bühnenwelt.

Von Genugtuung will Sarkissova vor ihrem Auftritt nicht sprechen. Doch ein kleiner Sieg der Gerechtigkeit ist es bestimmt, der ihr da gelang.

Karina Sarkissova: „Ein Theater lebt mit Intrigen!“
„Ein Theater lebt mit Intrigen!“, erzählt Sarkissova im ÖSTERREICH-Interview (siehe rechts), doch sei man ihr gegenüber während der Probezeit freundlich gesinnt gewesen. Auch Ballettchef Manuel Legris sei da keine Ausnahme. Und das, obwohl er sie damals wegen der Nacktfotos vom Haus am Ring rauswarf.

„Wir tauen beide mehr und mehr auf“, erzählt die gebürtige Russin mit einem Lächeln auf den Lippen, während sie die letzten Vorbereitungen für ihren großen Abend trifft. Hauptrolle sei es zwar keine, doch gemeinsam mit Legris habe es schon Gespräche für künftige, größere Rollen gegeben.

Noch vor der Premiere herrscht in der Gesellschaft Getuschel. Denn was für ein Widerspruch: Wegen Aktfotos gefeuert, für ein Aktstück wieder eingestellt …


Sarina Sarkissova im Comeback-Interview:

"Tut gut, wieder auf der Bühne zu sein"

ÖSTERREICH: Wie liefen die Proben?
Karina Sarkissova: Gut! Vor allem die erste Probe war sehr emotional. Als ich da zum ersten Mal nach der Wiedereinstellung auf der Bühne stand, nahm ich mir ein paar Minuten, um das so richtig zu genießen.

ÖSTERREICH: Wie war die Stimmung unter den Kollegen Ihnen gegenüber?
Sarkissova: Sie haben mich sehr positiv aufgenommen. Wir sind alle befreundet. Doch natürlich gibt es in einem Theater auch Intrigen. Aber ich denke mir dazu: was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß (lächelt).

ÖSTERREICH: Wie ist Ihr Verhältnis mit Herrn Le­gris. Schließlich war er es, der Sie seinerzeit feuerte.
Sarkissova: Zwischen uns herrscht ein sehr positives und professionelles Verhältnis. Auch haben wir bereits über künftige, größere Rollen gesprochen. Für mich ist er einer der ganz Großen. Wir tauen jetzt beide immer mehr auf.

ÖSTERREICH: Seit der ÖSTERREICH-Story über Ihren Rauswurf sind Sie mehr und mehr zum Society-Star avanciert.
Sarkissova: Als Society-Star sehe ich mich sicher nicht. Doch ja, ich bin mehr unterwegs als früher. Ich nehme aber nur zehn Prozent aller Einladungen wahr.

ÖSTERREICH: Was wird das Erste sein, was Sie nach der heutigen Premiere machen?
Sarkissova: Ich werde mit meiner Familie feiern. Und morgen bin ich dann wieder unterwegs …

ÖSTERREICH: … auf einem Society-Event?
Sarkissova: Ja, bei Jeannine Schillers Neujahrs­cocktail-Charity.

(scn)

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