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ORF zieht die Notbremse bei Chili ORF zieht die Notbremse bei Chili

Neuer Sendeplatz

 

 

ORF zieht die Notbremse bei Chili

Dominic Heinzl „freut sich über die Entschärfung der Sendeplatzschwäche“. ORF-Chef Alexander Wrabetz sagt: „Wir wollten einfach optimieren und deswegen Chili neu positionieren.“ Und der ORF-Geschäftsführung ist in letzter Sekunde wohl ein Eklat in der nächsten ORF-Stiftungsratssitzung erspart geblieben. Jetzt alles eitel Wonne beim Society-Magazin? Mal sehen.

Die Fakten: Wie ORF-Boss Wrabetz ÖSTERREICH bestätigt, geht Heinzls Society-Sendung Chili ab 2. August in die Sommerpause und startet ab 6. September in neuem Gewand: Die Sendung wird von 19.25 Uhr auf 19.45 Uhr verlegt – und tritt damit nicht länger gegen die Zeit im Bild an. Statt wie bisher 25 Minuten geht Heinzl nur noch zehn Minuten täglich on Air. Chili Backstage wird zur Gänze gestrichen.

Am Sonntag wird es nicht mehr wie bislang nur eine Wochenrückschau, sondern eine eigene 25-minütige Sendung geben.

Ab Ende September startet am Dienstag, um 21.50, ein 45-minütiges Society-Magazin mit Heinzl. Dieses würde er „im Sommer entwickeln“, so Wrabetz.

VP-Stiftungsräte drohten, Direktoren rebellierten
Reine „Optimierungsgründe“ hatten freilich nicht den Ausschlag für die Sendeplatzverlegung geben. Wie ÖSTERREICH berichtet hatte, ist es vor zwei Wochen in einer vertraulichen ORF-Programmsitzung zum Streit um Chili gekommen. ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz hatte gar befunden: „Chili ist tot, tot, tot.“ Und der kaufmännische ORF-Direktor Richard Grasl verlangte bereits damals eine „Verschiebung des Sendeplatzes.“

Nicht ohne Grund: Seit dem Start der gehypten Sendung im Jänner kämpfte Chili mit sinkenden Quoten. Zuletzt lagen sie konstant unter 100.000 Sehern. Die VP-Stiftungsräte forderten daraufhin via ÖSTERREICH, dass „wir im nächsten Stiftungsrat am 9. September über eine Verlegung der Sendung reden.“ Eine Sitzung, die für Wrabetz und Co. unangenehm verlaufen wäre.

Und so zog der ORF-Boss – wie von ÖSTERREICH mehrmals prognostiziert – rechtzeitig vor dieser Sitzung eben die Notbremse, um diese Chili-Schote zu entschärfen.

ORF-Insider wissen freilich, dass die Kritik an Chili längst nicht nur mit der sinkenden Quote, sondern auch viel mit den nächsten ORF-Personalbestellungen zu tun hatte. Ob die jetzt leichter über die Bühne gehen werden?

ÖSTERREICH: Sie haben den Sendeplatz von Chili verlegt. Hatte das mit der Kritik Ihrer Direktoren zu tun?
Alexander Wrabetz: Nein, das hatte nichts mit Direktoren-Kritik zu tun. Wir wollten einfach optimieren und deswegen wird Chili jetzt neu positioniert.

ÖSTERREICH: Ist das jetzt ein Eingeständnis des Scheiterns? Immerhin wird „Chili Backstage“ ja jetzt eingestellt ...
Wrabetz: Nein, diese Umstellung hatte auch mit dem Urteil des Bundeskommunikationssenates zu tun. Wie Sie wissen wurde der Werbeblock zwischen Backstage und Chili als unzulässig reklamiert. Daher wird es Backstage nicht mehr geben. Und Chili auf eine Zeit verlegt, in der die Sendung schon bislang ihre besten Minuten hatte. Jetzt tritt Chili auch nicht mehr gegen die Zeit im Bild an. Was uns auch ein Anliegen war.

ÖSTERREICH: Heinzls Sendungen haben gleich viel Budget?
Wrabetz: Ja, das Budget ist gleich hoch und auch die insgesamte Sendedauer der drei Formate ist gleich lang. Wir setzen jetzt auf Chilis Stärken.

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