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Österreich trauert um Ossy Kolmann

Kabarett-Legende

Österreich trauert um Ossy Kolmann

Trauer

Er zählte zu den ganz großen Unterhaltern des Landes und hat nun die Bühne für immer verlassen. Ossy Kolmann († 88) starb am Montag nach langer und schwerer Krankheit, wie seine Familie gestern mitteilte. Davor litt der Entertainer seit vielen Jahren an Parkinson.

Publikumsliebling

Schon seit den 50er-Jahren verstand es der Kabarettist, sein Publikum auf höchstem Niveau zu unterhalten. Karl Farkas persönlich holte den damals 30-Jährigen 1958 ins legendäre Simpl. Gemeinsam mit Maxi Böhm († 66) eroberte Kolmann als einer der Ersten die TV-Bildschirme mit seiner Sendung Bilanz des Monats. 1973 wurde Kolmann Mitglied des Volksopern-Ensembles, bei dem er fast das ganze Operetten-Repertoire abdeckte.

20 Jahre später wechselte er zum Theater in der Josefstadt. Neben der Bühne wirkte Ossy Kolmann in mehr als 1.000 Fernsehproduktionen mit.

Otto Schenk: "Es war ein Vergnügen, mit ihm zu probieren und zu spielen"

Ossy Kolmann war einer der liebenswürdigsten und neidlosesten Kollegen, mit denen ich je zu tun hatte. Gemeinsam haben wir ein-, zweimal ein Kabarett in den Kammerspielen aufgeführt.

Er war entzückend, bescheiden und auf der Bühne ein ganz natürlich antwortender Partner. Es war ein Vergnügen, mit ihm zu probieren und zu spielen.

Ossy Kolmann war die ­Natürlichkeit in Person.

Er war, wie ich ja auch, im Theater in der Josefstadt zu Hause, und er hat die Kammerspiele bereichert. Er war nicht nur ein Mitglied, er war ein Freund des Theaters.

Als ich Josefstadt-Direktor war, habe ich ihn als Ensemblemitglied allerhöchster Qualität schätzen gelernt. Er hat eine ganz eigene Farbe ins Theater gebracht.

Ossy Kolmann hatte eigentlich überhaupt keine Feinde.

Wir waren zwar nicht eng befreundet, aber ich habe ihn sehr gern gehabt.

Wir sind halt 
andere Wege 
gegangen.

Birgit Sarata: "Ich werde Ossy sehr vermissen"

Ossy war ein liebenswerter Kollege. Er war 20 Jahre an der Wiener Volksoper, da ich dort ebenfalls gastierte, habe ich ihn oft getroffen. Wir haben zusammen viel Spaß gehabt, ich kann mich auch gut an lustige Stunden in den damals berühmten Paulus­stuben in der Walfischgasse er­innern. Ich kannte ihn ja auch vom Simpl und konnte mich mit ihm und über ihn sehr gut unterhalten. Er war sehr kollegial und meist lachten die Leute, wenn sie nur seinen Namen hörten. In den Kammerspielen brillierte er! Schade, dass er durch die Krankheit nicht so lange spielte, wie es alle gerne gehabt hätten! 
Ich werde Ossy auf jeden Fall sehr vermissen.

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