Freigeist Patrice in Wien und Graz

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Freigeist Patrice in Wien und Graz

Patrice lässt sich von keiner Genre-Polizei aufhalten: Auf seinem am 10. September erschienenen Album "One" (Universal) bietet der Deutsche mit Vater aus Sierra Leone erneut eine luftige Mischung aus Reggae, Pop, Funk, Soul, Hip-Hop und Blues. Bei den Aufnahmen setzte der 31-Jährige auf analoge Technik und auf den Augenblick: "Man kann diesen Moment eines ersten Takes einfach nicht wiederholen", sagt Patrice.

Patrice

Patrice: "One"

Keine digitalen Spielereien
"Darum schreibe ich Lieder oft erst zehn Minuten vor dem Einsingen fertig. Damit ich diesen Impuls habe. Beim Arbeiten bedeutet das mehr Seele als Kopf. Die besten Sachen sind die, die schnell gehen. Wenn man zu lange herumfeilt, wird es zu verkopft." Dem entsprechend verzichtet Patrice im Studio auf digitale Spielereien. "Wenn man analog aufnimmt, muss man spielen können. Es geht um die ganze Performance. Wenn das Stück drei Minuten dauert, muss man drei Minuten gut spielen. Man steht unter Leistungsdruck - der bringt die Leute dazu, kreativ zu sein. Wenn man eine kleine Unsauberkeit macht, versucht man das zu kompensieren, indem man dann was besonders Tolles spielt. Man kann sich nicht, wie beim digitalen Aufnehmen, darauf verlassen, Fehler später auszubessern." Das analoge Verfahren sei "aufwendiger, dauert länger, kostet mehr", aber eine Kultur, die man nach Ansicht von Patrice unbedingt erhalten sollte. "Der Konsument hört es vielleicht mehr im Geist als im Signal", meinte der Künstler. "Analog aufgenommene Platten kann man länger hören, weil sie nicht so anstrengend für die Ohren sind."

Arbeit
Entgegen kam dem Musiker die Arbeit im eigenen Kölner Studio: "Das ist mein Reich, da liegen Unmengen von alten Equipments herum, die ich gesammelt habe. Das ist meine Leidenschaft: Ich restauriere diese Dinger und freue mich, wenn sie bei den Aufnahmen zum Einsatz kommen. Beim Album davor hat man mich beraten, ich solle mich doch wieder einmal produzieren lassen. Diesmal habe ich das selbst in die Hand genommen. Weil ich die LP davor als etwas glatt empfinde. Ich wollte zurück zu einem kontrastreicheren Sound."

Experimente
"Mir ist wichtig, dass ich bei jedem Album Sachen ausprobiere, die ich vorher noch nicht gemacht habe", betonte Patrice. "Dass ich nicht den Enthusiasmus verliere. Daher gehe ich jede Platte so an, als wäre es meine erste. Diesmal habe ich etwa mit einem Streichorchester gearbeitet, um mich selbst zu fordern, um nicht in Routine zu verfallen."

Haltung ist wichtig
Patrice möchte seine Arbeit weder von einem Trend noch von sturen Vorgaben abhängig machen. "Purismus ist nicht mehr zeitgemäß. Ich setze mich aus verschiedenen Kulturen zusammen", so der Sänger. Und: "Die Haltung ist wichtig. Es gibt Leute, die kommen vom Rock und haben daher eine Rockhaltung, aber die können wie etwa Led Zeppelin trotzdem einen Reggae machen. Es ist aber trotzdem Led Zeppelin. Das ist mein Ansatz: Du kannst alles machen, deine Haltung definiert letztendlich, wer du bist."

Will stärken, inspirieren
Als positiv denkender, optimistischer Mensch möchte Patrice seinen Fans etwas von seiner Einstellung mitgeben: "Meine Texte zeigen immer auch Lösungen auf. Wenn Menschen zu einem meiner Konzerte gehen, sollen sie gestärkt rauskommen, inspiriert. Es soll ihnen bessergehen." Die nächsten Gelegenheiten in Österreich, Patrice live zu erleben, sind am 10. Oktober in Graz (Orpheum) und am 11. Oktober in Wien (Arena).

 

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