Opernfestspiele St. Margarethen insolvent

Society-Event vor dem Aus?

Opernfestspiele St. Margarethen insolvent

Nächster Akt bei den Opernfestspielen St. Margarethen: Wie am Montag bekannt wurde, ist das Unternehmen Opernfestspiele St. Margarethen GmbH & CoKG mit Firmensitz im niederösterreichischen Pitten laut Creditreform insolvent. Nach den Streitereien mit Steinbruch-Eigentümer Esterhazy folgte damit nun der nächste Paukenschlag. Die "Aida"-Premiere nächste Woche soll trotz Pleite über die Bühne gehen.

Einem Online-Bericht der "BVZ" zufolge soll das Unternehmen aufgrund von "Schulden in Millionenhöhe Konkurs anmelden müssen". Der ORF Burgenland berichtete im Radio, dass am Montagnachmittag dieser Schritt gemacht werde.

Sowohl die Opernfestspiele (OFS) als auch die Esterhazy Betriebe in deren Funktion als Eigentümer des Römersteinbruchs, in dem seit 1996 nahezu jährlich große Opern-Produktionen gezeigt wurden, wollten sich am Montag nicht zur Insolvenz des Unternehmens äußern. Die Beteiligten verwiesen auf ein Pressefrühstück mit Intendant Wolfgang Werner und Esterhazy-Direktor Karl Wessely am Dienstag.

Laut "BVZ" werden die Opernfestspiele vorerst von der Wiener Firma "Arenaria" weitergeführt. Sowohl der Premiere nächste Woche (9. Juli) als auch dem weiteren Spielbetrieb im heurigen Sommer steht dem Vernehmen nach somit nichts im Weg.

Seit April reißen die Gerüchte um die Opernfestspiele nicht ab: Am 23. April sorgte ein Bericht des ORF über die Zukunft der Opern im Steinbruch - heuer inszeniert Hollywood-Regisseur Robert Dornhelm - für Aufsehen. Die Esterhazy Betriebe GmbH meinte, dass "Aida" im heurigen Sommer die letzte Produktion von Intendant Werner sein sollte. Dieser pochte jedoch auf seinen Vertrag bis 2016.

Konkret ging es um den Spielplan für 2015. Während Werner "Troubadour" produzieren wollte, schwebte den Verantwortlichen der Esterhazy Betriebe Puccinis "Tosca" für die nächste Opern-Saison vor - und zwar mit einem anderen, neuen Veranstalter. Als Grund wurde damals unter anderem der deutliche Zuschauerrückgang in den vergangenen Jahren und der Publikumsgeschmack - Stichwort Wiederholungen mancher Opern alle paar Jahre - genannt. Ein großes Bühnenbild sei für die neuen Publikumsschichten, die man in Zukunft gewinnen müsse, nicht ausreichend, hieß es damals vom Eigentümer der Spielstätte.

Auch die Finanzen standen bereits im April zur Debatte: Esterhazy hatte angeboten, die heurige Produktion mit einem Budget von 250.000 Euro zu unterstützen. "Darin enthalten sind zusätzliche notwendige Marketing-Anstrengungen, finanzielle Unterstützung für die deutlich teurere Technik, die Robert Dornhelm 2014 einsetzen will und für attraktive Events für Promotionzwecke. Dieses Angebot an OFS haben wir schon vor drei Monaten gemacht; leider ist von Wolfgang Werner dazu bei uns bis heute keine Antwort eingetroffen".

Es folgte die Zusage einer Finanzspritze vom Land für die heurige Produktion: "Die Opernfestspiele St. Margarethen sind aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen letzten Jahre in finanzielle Nöte geraten. Um zu gewährleisten, dass die heurige Saison gespielt werden kann, wird das Land eine größere finanzielle Zuwendung gewähren, um eben zu ermöglichen, dass gespielt wird", erklärte Kulturlandesrat Helmut Bieler (SPÖ) nach Bekanntwerden des Zwists damals am Rande einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Eine Woche später, am 30. April, sorgte eine Location-Suche von Werner in Neusiedl am See erneut für Schlagzeilen. Es ging um eine Wiese neben dem Hallenbad. Werner erklärte gegenüber der APA damals: "Ich habe mir in Neusiedl am See eine potenzielle Veranstaltungs-Location angeschaut. Das ist etwas, was Kulturschaffende immer wieder tun. Man hat ja ständig Ideen für neue Projekte, es ist aber noch nichts Konkretes geplant. Das ist alles Zukunftsmusik."

Die Gespräche, die die Opernfestspiele und die Esterhazy Betriebe seit den Unstimmigkeiten im April führten, mündeten Mitte Juni schließlich in einen Kompromiss: Bezüglich des Stückes habe man sich"geeinigt, dass es die 'Tosca' sein wird", so eine OFS-Sprecherin. Es würden noch weitere Gespräche geführt. Werner gehe davon aus, "dass die Gespräche mit Esterhazy bis Anfang Juli abgeschlossen sind", hieß es.

 

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